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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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Weg gehen und auf nichts hören. Es ward jedoch bald stille,mein Concurrent hörte später sogar Vorlesungen bei mirund stand mit mir bis zu meinem Abgang von Basel ausdem freundschaftlichsten Fuße. Ein anderes Vorkommniß warebenfalls nicht geeignet, mir die Baseler Verhältnisse in einemgünstigen Lichte zu zeigen. Etwa zwei Wochen nach meinerAnkunft wurde ich eines Tages auf die Stadtraths-Kanzleicitirt ohne Angabe eines Grundes. Nach langem Warten ineinem Vorzimmer mit allerlei Volk zusammen wurde ich vor-gerufen und mir die Frage vorgelegt, zu welchem Zweck ichmich in Basel aufhalte? War ich schon durch das langeWarten einigermaßen verletzt, so mußte ich jetzt förmlich aumich halten um in ruhigem Tone die Antwort zu geben: daswürden die Herrn wohl selbst schon wissen, da ich vom Er-ziehungsrath an die hiesige Universität berufen sei w., woraufmir jedoch erwiedcrt wurde, das gehe den h. Stadtrath garnichts an, wenn ich in Basel wohnen wolle müsse ich eineAufenthaltsbewilligung haben und einen Baseler Bürger alsBürgen dafür stellen, daß ich mit meiner Familie zu keinerZeit der Gemeinde zur Last fallen werde.

Das eben Erlebte erschien mir so ungeheuerlich und ich warso erregt, daß ich wohl im Stande gewesen wäre, einen dummenStreich zu begehen. Noch ganz entrüstet kam ich nach Haus undklagte alsbald meinem Kollegen Schönbein, was mir begegnet,der aber hörte mich herzlich lachend an, sagte nur: der Zopf,der Zopf und war mit Vergnügen bereit, die geforderte Bürg-schaft zu übernehmen. Von Zeit zu Zeit mußte ich jedochmeine Aufenthaltsbcwilligung erneuern lassen und dafür be-zahlen. So war es am Schluß des Jahres 1844. Seitdemsind mit der Thorsperre noch manche andere Hemmnisse ge-fallen und Basel ist eine moderne Stadt geworden.

Am 3. November begann ich meine Vorlesungen überAnatomie, und zwar mit 10 Zuhörern. War diese Zahl fürdie Baseler Verhältnisse schon eine ganz erträgliche, so war doch