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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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der Abstand von Heidelberg allzugroß, als daß es ohne Reueund Heimweh abgelaufen wäre.

Ich kannte mich übrigens doch so weit, um zu wissen,daß es stets in meiner Natur lag!

Rückwärts sich und vorwärts sehnenGegenwärtiges nichtig wähnen

und daß das sicherste Mittel gegen diese Gemüthsstimmuugtüchtige Ausnutzung der Gegenwart, fleißiges Arbeiten sei.Und hiezu hatte ich nun die genügende Unabhängigkeit undRuhe. Mit jedem Tage lernte ich diese mehr schätzen, warfleißig und söhnte mich so mit meinem Laos vollständig aus.Noch jetzt denke ich gern an mein stilles Arbeitszimmerchen aufder Anatomie, auf dem südlichen Hochnfer des Rheins, untermir den grünen Strom und gegenüber die wohlbekannten Bergedes heimischen Schwarzwaldes.

Es war insbesondere die Histiologie der Blutgefäßdrüsendie mich in diesem Winter an das Mikroskop bannte und eineAnzahl von Arbeiten an das Tageslicht förderte.

11. Basel. Allmahlige Eingewöhnung, 1845-1846

Im Januar 1845 hielt ich meine öffentliche Antrittsrede,welche den heutigen Znstand der Physiologie, ihre Aufgabenund Leistungen im Gegensatz zu dem überwundenen Standpunkteder „Lebenskrast" zum Gegenstand hatte. Es war dies dieerste größere öffentliche Vorlesung, die ich vor einem Auditoriumvon Professoren oder überhaupt Nichtstudenten und insbesonderedie erste, die ich ganz frei gehalten.

Frei vorzutragen d. h. ohne Heft und nur mit einerkleinen Exposition des Gedankenganges bewaffnet, hatte ich mirschon in Heidelberg, wo das Lesen nach Heften noch vielfach imSchwange war, angewöhnen müssen, da ich die Erfahrung ge-macht hatte, daß mich das Lesen, sobald der Fluß der Redeein etwas rascheres Tempo annahm, stets in Verwirrung brachte,