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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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daß Professor Rapp in Tübingen mir, zugleich mit der Nach-richt, daß dort für den Augenblick nichts zu erwarten sei, dendringenden Rath ertheilte, den Ruf nach Basel anzunehmen, dadies für mich zur Zeit das Sicherste sei und zugleich das fürdie Zukunft Bortheilhafteste. Auch Oken von Zürich rieth mirzur Annahme und schilderte mir zudem die Verhältnisse inBasel nach Mittheilungen von Schönbein, den er darüber be-fragte, als äußerst angenehm.

Inzwischen hatten jedoch Facultät und Senat beim Mini-sterium den Antrag auf Ernennung zum ?rokossor extravräi-narins und Gehaltszulage gestellt. Während aber die Zeit, fürwelche ich nach Basel die Entscheidung zugesagt, immer mehrherannahte, wartete ich vergeblich aus eine Antwort vom Mini-sterium. Am 24. October erhielt ich die definitive Nachrichtmeiner Ernennung in Basel und am 26. reiste ich durch dasElsaß dahin, um Alles definitiv zu regeln, und kehrte am30. nach Heidelberg zurück. Am 6. November kam daS Mi-nistcrialrescript mit der Bewilligung der Anträge von Facultätund Senat; die Verzögerung war dadurch entstanden, daßdurch einen Fehler der Expedition im Ministerium die Sen-dung anstatt nach Heidelberg nach Freibnrg gegangen war undvon da ans erst nach Heidelberg gelangte. Ich hatte mich nunin den Gedanken, nach Basel zu gehen, ziemlich eingelebtund war daher über das verspätete Geschenk kaum besonderserfreut, und es brachte mir in der That nur neue Qualen.Von den Freunden, die mir zum Bleiben gerathen hatten,wurde ich nun aufs Neue bestürmt. Der berühmte Rechts-gelehrte Mittermaier, in dessen Hause ich verkehrte, kam einesTags schon am frühen Morgen zu mir und versicherte mir,nach Recht und Gewissen könne ich nun die in Basel einge-gangene Verbindlichkeit lösen; allein meine innere Stimmewollte sich nicht hicmit einverstanden erklären. Am 10. Nov.gaben Facultät und Freunde mir ein Abschiedsessen im Museum,bei welchem Tiedemann den Toast auf mich ausbrachte und