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Heidelberg gestellt zu werden; allein die Anfrage war einmalda und irgend eine Antwort mußte gegeben werden. Dieselbebestand zunächst in der Bitte, mir einen Ausschub für die Ent-scheidung zu gewähren, und diese Zeit wurde zu einem eifrigenBriefwechsel zwischen Basel und Heidelberg und zu einer Reisenach letztcrem Ort benützt.
In Heidelberg Bedingungen für mein Dortblcibcn zustellen, ging natürlich nicht an; ich konnte daher nur mit demAusdruck meines Wunsches, in Heidelberg zu verbleiben, die Er-wartung der Beförderung zum Uroksssor oxtraorclinarius undeiner Gehaltszulage aussprechen. Mein Chef Geh.-R. Ticde-mann antwortete mir unverzüglich und sprach seinerseits denlebhaften Wunsch aus, daß ich in meiner Stellung bei ihmverbleibe, eine Gehaltszulage könne er in sichere Aussicht stellen.Was dagegen den Prosessortitel beträfe, so hegen sowohl Fa-cultät als Senat Bedenken, ob es zweckmäßig sei, einen Pro-sector, der doch immer in einer abhängigen Stellung sei, zumProfessor zu ernennen. Umgekehrt war, wie ich erfuhr, beimMinisterium alle Bereitwilligkeit vorhanden, den Titel zu ge-währen, während eine Erhöhung des Gehalts zweifelhaft er-schien. So hatte ich also einerseits Gehalt ohne Titel, anderer-seits Titel ohne Gehält in Aussicht und es war vorderhand nichtabzusehen, ob mir Beides, Eines oder aber Keines von Beidenzu Theil werden würde.
Dabei fehlten keineswegs Stimmen von Freunden in undaußerhalb der Facultät, welche, wenn sie auch mein Bleibenwünschten, mir doch in meinem Interesse den Rath ertheilten,den Ruf anzunehmen, da dies für einen jungen Doccnten dereinzig sichere Weg sei, um vorwärts zu kommen. Und Tiede-mann war ausrichtig genug, mir zu sagen, daß ich nicht wohleine Anwartschast hätte, später die Professur der Anatomie zuerhalten, da es in Heidelberg so zu sagen traditionelle Politiksei, die Hauptprosessuren nicht durch Hinaufrücken, sondern im-mer nur durch Berufung von auswärts zu besetzen. Dazu kam