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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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vcrsität fremd geblieben war, wurde ich während meines WienerAufenthalts eingeführt, in die Mikroskopie.

Der Professor der Anatomie vr. I. Berrcs, der zusam-men mit Hyrtl die Jnjectionstechnik zu besonderer Vollendunggebracht, hielt mikroskopische Abendeirkcl, bei welchen er jungefremde Aerzte um sich versammelte und ihnen mikroskopische Prä-parate demonstrirte.

Freilich waren diese Präparate fast durchweg Jnjections-präparate und zwar mit Harzmasscn injicirte undurchsichtige,die also bei auffallendem Lichte und nur bei schwächerer Ver-größerung betrachtet werden konnten. Dennoch lernte ich hierzuerst mit dem Mikroskop umgehen, was mir während meinerStudienzeit nicht vergönnt gewesen war. — Nachdem ich miralsbald ein PlößUsches Mikroskop gekauft, fing ich an, so zusagen als Autodidakt weiter zu arbeiten , und bald war dieArbeit am Mikroskop meine Hauptbeschäftigung. Zur glück-lichen Stunde für mich erschien im Herbst des Jahres dasBuch von Schwann, durch das zu einer mikroskopischen Anatomieder thierischen Gewebe erst der richtige Grund gelegt wurde.

8. Freibnrg. Entscheidung für den acadcmischcn Berns.

Im Herbst 1839 kehrte ich nach Freiburg zurück, um michan der Universität meiner Vaterstadt zu häbilitircn und nachdem früher gefaßten und in England befestigten Entschluß zu-gleich die ärztliche Praxis auszuüben. Als Habilitationsschrifthatte ich bei Rokitansky eine Abhandlung ausgearbeitet*), sodaß ich den Anforderungen alsbald genügen und für den Win-ter 1839—40 meine erste Vorlesung über pathologische Ana-tomie ankündigen konnte.

Zugleich übernahm ich die Stelle eines Assistenten dermedicinischcn Klinik und leistete ans der Anatomie Assistenten-

*) Beschreibung einiger Fälle von anormaler dounuuniLutlou derHcrzvorhöfe. Freiburg 1839.