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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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sultat von Anschauungen bestimmter Zeiten oder Schulen sind— wie Entzündung, Hypertrophie, Atrophie w. unbarmherzigausgemerzt wurden, srappirten anfangs allerdings ungemein,prägten sich aber bald so ein, daß man selbst am Krankenbettenur in der neuen Sprache dachte und sich ausdrückte.

Was nun die Wirkung der Wiener Studien aus meinenLebensplan, d. h. die Verbindung der ärztlichen Praxis mitdem academischen Lehramt betrifft, so imponirten mir die feinenund geistreichen Diagnosen Skoda's, die ich so oft am Leichentischbestätigt sah, ganz gewaltig und oft genug erschien mir jetzt wie-der die ausübende Mediein als das der Erstrebnng bei weitemwürdigste Ziel. Wenn ich aber wieder wahrnahm, daß von The-rapie kaum je die Rede war und täglich die Resultate der ab-gelaufenen Krankheitsproeesse plastisch vor mir sah, konnte ichwenig Vertrauen auf die Macht der Heilkunde gewinnen undverfiel einem gewissen Pessimismus, der vielmehr geeignet war,von der Praxis abzuschrecken als dazu anzuregen.

Der Umstand, daß ich mich speciell der pathologischenAnatomie widmen wollte, brachte es mit sich, daß ich in nä-here Berührung mit Rokitansky kam als die meisten der jungenfremden Aerzte, die gleichzeitig mit mir die Leichenkammer imallgemeinen Krankenhaus besuchten, und bei diesem näheren Um-gang wurde der sonst ziemlich wortknappe Mann auch aus-geschlossener und theilte gern aus seinem reichen Schatze vonKenntnissen mit. So war es mir denn auch vergönnt, unterseiner Leitung eine Arbeit zu machen, die ich dann später prokaenltats IsASnäi veröffentlichte.

Auch die Stunden, die ich mit ihm bei seiner Familie zu-brachte, sind mir in angenehmster Erinnerung. Das Haus warein alt-wienerisches, ächt musikalisches, seine Frau eine vortreff-liche Sängerin und aus den beiden „Buebn" find später auchSänger geworden, von denen besonders der eine eine große Be-rühmtheit erlangte.

Und noch in ein anderes Gebiet, daß mir aus der Uni-