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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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sehen wollte, wie weit die Ameisen ihre Arbeit gethan, daßdie Leichen verschwunden waren. Erst spater erfuhr ich, daßFüchse und Naben die Räuber seien und daß es nöthig sei,die Thierleichen in durchlöcherte Blechbüchsen zu legen und diesein die Ameisenhaufen zu vergraben.

Auch zu meiner späteren Neigung für die Anthropologiehaben, wie ich glaube, die Schriften von Blumenbach den erstenKeim gelegt.

Dafür, daß die Jugend ein besonderes Interesse an derBevölkerung fremder Länder nehme, ist schon durch die Robinsvnegenügend gesorgt, allein diese, die ja nur zur kleineren Hälfteauf Wahrheit beruhen, sind doch nur geeignet, die Wißbegierdeanzuregen, nicht aber sie zu befriedigen. Hiezn gehört ernstereLectttre und diese fand ich in der Bibliothek meines Vaters.Neben dem oben schon erwähnten Bertnchst'chen Bilderbuch warenes vor allem Blumcnbach's Beiträge zur Naturgeschichte*) mitden „die S Menschcnvarietäten" darstellenden zierlichen Kupfernvon Chodowiccki und die Abbildungen natnrhistorischer Gegen-stände **) mit den Pvrtraits von Repräsentanten der verschiede-nen Menschenrassen, Schädeln solcher, sowie von Assen w.

Trotz der vorgenannten „Liebhabereien" setzte ich aber dochmeine medieinischen Studien regelmäßig fort, besuchte die üblichenKollegien und später die Kliniken fleißig, wobei ich mich aberfreilich stets mehr für die pathologisch-anatomische Seite alsfür das „Curiren" intercssirte, so daß mir der heilige Eifer,mit welchem manche meiner Kommilitonen sich alle möglichenNecepte aufnotirten, kaum begreiflich schien- Im Herbst 1835ging ich dann noch nach Heidelberg, insbesondere um Nägel«Zu hören, welcher, ein specieller Fachgenosse und Freund meinesVaters, mich aus das Herzlichste empfing und mich bald in

*) Blumenbnch. Beitrage zur Naturgeschichte, 1. Thl. Güttingen1806. 2. Thl. 1811. 2 voll. 12°.

**) Abbildungen natnrhistorischer Gegenstände. Güttingen 1810.