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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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5. Fachstudium. Frciburg und Heidelberg.

Nun kam die Zeit des Fachstudiums heran, welches ich,allgemeinem Gebrauch folgend, mit dem 4. Semester des Bien-nium beginnen konnte.

Daß ich Medicin studieren würde, war natürlich außerZweifel. Wenn ich mich aber jetzt frage, aus welchem Grundeich eigentlich das Studium der Medicin ergriff, so weiß ichkaum eine genügende Antwort zu geben; ich glaube man könntehier wohl sagen:

„Was man nicht motivirm kannSieht man als selbstverständlich an."

In der That betrachtete ich diese Wahl Wohl als selbst-verständlich und zwar, wie ich mir denke, deßhalb, weil meinVater Arzt war, ebenso mein Großvater, auch ein Brudermeiner Mutter und weil stets Aerzte und Medicin Studierendeim elterlichen Hause verkehrten. Dabei war es aber, wederim Beginn noch im Verlauf meines Studitims die eigentlicheHeilkunde, die mich anzog, sondern es waren dies die Natur-wissenschaften, insbesondere die Zoologie und Anatomie oderbesser die Morphologie, die Formenlehre der Thierwelt und desMenschen und unter andern Einflüssen hätte ich vielleicht auchMaler werden können; denn das Zeichnen betrieb ich immermit großer Vorliebe, während das Curiren, Receptschreiben w.mich vor der Hand gar nicht anzog.

Eine ziemlich lange Erfahrung als Lehrer hat mir über-haupt gezeigt, daß die Veranlassungen zum Studium derMedicin bei verschiedenen jungen Leuten sehr verschiedene sind.Die einen ergreisen das Fach aus rein negativen Gründen, weil sieweder Theologie noch Jurisprudenz studieren wollen, andere, weilder Vater Arzt ist, eine ziemliche Anzahl wird durch die Liebe zu denNaturwissenschaften dazu getrieben und solche fand ich oft rechtenttäuscht, wenn schließlich die Zeit herankam, da sie eine Land-praxis antreten mußten. Bleibt endlich die Zahl derjenigen,die vom praktischen Berus angezogen werden. Aber auch hier

Ecker, Hundert Jahre. 4