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Aber nicht nur als formelles Bildnngsmittel scheint mirdas Studium der Botanik, Zoologie, Mineralogie und Geologievon Wichtigkeit; eine gewisse Summe von Kenntnissen in diesenDisciplinen ist für den Arzt und ganz insbesondere den Gerichts-arzt unerläßlich, ich erinnere nur an die Giftpflanzen, die Einge-weidewürmer und andere parasitische Thiere, die Bodenverhältnissezc. Und dazu kömmt noch etwas Anderes: die Unwissenheit inden Naturwissenschaften ist leicht geeignet, die Würde des ärzt-lichen Standes beim Publikum herabzusetzen, wenigstens aufdem Lande. Der Bauer war sonst gewöhnt, in Sachen derNatur oder ihrer Prodnctc den Doctor als Autorität zu be-trachten, wie in geistlichen Dingen den Pfarrer. Aus dieserStellung, die natürlich auch auf das Vertrauen zum Arzt Ein-fluß hat, ist derselbe jetzt häufig durch den Schullehrer, denApotheker oder den durch Ackerbanschulen gebildeten Landmannselbst verdrängt.
Ich meinerseits denke mit Vergnügen an dieses natur-wissenschaftliche Bienninm zurück. Die botanischen Exkursionenmit Professor Spenner (Verf. einer Ulora Uribur^onsis) aufunseren Schwarzwaldbergen und dem Kaiserstuhl, die minera-logischen ans diesem mit Professor Buzengciger, die geologischenmit Professor Fromherz im ganzen Oberrheiugebiet, das Sam-meln und Bestimmen von Pflanzen, Thicrcn, Mineralien,Pctrefakten, in einer herrlichen Gegend, vermehrte unsere Kennt-nisse und schärfte und erweiterte unseren Blick. Ein neuesPslänzchen oder ein neuer Standort eines solchen bildete dasTagesgespräch. Ja selbst den Reiz des Entdeckens bekam ichzu kosten. Als ich aus einer Exkursion an den vulkanischenKaiserstuhl in der Nähe der Ruine Limburg, die aus einemHügel von Dolerit-Mandelstein steht, in den Blasenräumen desletzteren, Knollen eines weißen pulverigen Gesteins fand undder Professor, dem ich diese zeigte, ausrief: „das ist ja etwasNeues d. h. am Kaiserstuhl noch nicht Gefundenes, das istMagnesit" war ich natürlich sehr glücklich.