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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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sind wieder zwei Categvriecn zu wachen, die eine bilden die-jenigen, denen es vor Allem um baldigen Vroderwerb zu thnnist, wozu sie natürlich nur auf dem Wege der Praxis gelangenkönnen und zu dieser Gruppe liefern meist zur Medicin über-getretene Theologen ein gewisses Contingent; den Nest bildendiejenigen, welche in der That aus Neigung zur heilendenKunst das Fach ergreifen.

Bei mir war es, wie schon erwähnt, zunächst die wohl an-geborneNeigung zu den mvrphologischcnDisciplincn, was mich dasStudium der Medicin ergreifen ließ; dazu kamen aber nochverschiedene dieselbe begünstigende Einflüsse. Zu diesen rechne ichn. A. die Bekanntschaft und den öfteren Umgang mit AlexanderBraun und Louis Ngassiz. Seit vielen Jahren waren meineEltern mit denen von Alexander Braun innig befreundet undoft die Sohne und Töchter in den Ferien bei uns. Der jüngereSohn, Max, war mit mir gleichaltrig und mein steter Genosse.Der etwa 5^ lv Jahre ältere Alexander stand mir mehr alsLehrer gegenüber und imponirte mir durch sein reiches Wissenin allen Gebieten der Natur wie durch seinen Ernst und Fleißgewaltig. Nachdem er in Heidelberg mit Louis Agassiz be-kannt und bald innig befreundet worden war, kam auch dieseröfters nach Karlsruhe und von da auch zu nnS nach Freiburg.So kcnntnißreiche und eifrige junge Naturforscher wie diesebeiden jungen Männer waren mir bis dahin nicht vorgekommenund ich glaube nicht zu irren, wenn ich ihren Einfluß auf dieRichtung und den Ernst meiner Studie» hoch anschlage.

Mein Lehrer in Zoologie und vergleichender Anatomie,den ich schon während des Bienniums hörte, war F. S. Leuckart,der Oheim des Leipziger Zoologen. Er war ein ungemeinkcnntnißreicher Zoologe und dabei, was für mich wichtiger war,sehr mittheilsam; nicht nur war er stets bereit, einem, wasman in Feld und Wald, in Bach und Sumpf an thierischenWesen gefunden, zu erklären, er kannte jede Vogclftimme imWald und jedes Geräusch. Er selbst hatte stets lebende Thiere