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meine Angehörigen, geschweige denn für Andere. Was ich daherhier aufzeichne, sind einige ganz allgemeine Bemerkungen.
Man pflegt die vorhistorische Zeit der Menschheit mitder ersten Kindheit des einzelnen Menschen zu vergleichenund nicht mit Unrecht. Die eigentliche Geschichte der Mensch-heit beginnt erst mit der Schrift, welche die Ueberlieferung er-möglicht. Und ähnlich ist es beim einzelnen Menschen. Bevordie Sprache und damit das Denkvermögen des Kindes einegewisse Ausbildung erreicht haben, fehlen die Mittel derindividuellen Tradition und erst mit diesem Zeitpunkt beginntdie Erinnerung an das Erlebte d. h. die Lebensgeschichte.Darüber hinaus liegt das erinnerungslose Dunkel der frühestenKindheit, „die vorhistorische Zeit des Individuums". Wie nundie aus den obersten Erdschichten, dem Schutt der Vergangen-heit, ausgegrabenen Reste primitiver menschlicher Industrie,Steinmesser, Knochenpfeile zc. uns beweisen, daß in einer Vor-zeit, aus welcher weder mündliche noch schriftliche Tradition zuuns herabreicht, unsere Vorsahren armselige Wilde waren, soerinnert uns ein Kinderschuh, den unsere Mutter aufbewahrthat, an eine Vorzeit, von der uns keinerlei Erinnerung ge-blieben ist.
In unserem Gedächtnis; bleibt in der Regel aus früherKindheit nur Weniges aufbewahrt und meist sind dies un-angenehme Erinnerungen, da diese leider in der Regel vielfester hasten bleiben, als angenehme. So ist mir z. V. noch heutedie Erinnerung an den Keuchhusten und an ein dagegen an-gewandtes Mittel (Einreibung von Brechweinsteinsalbe auf dieBrust, die sehr schmerzhaste Eiterpusteln erzeugte), sehr lebendig.Nächst dein sind es dann wohl vor Allem Sprüche, die durchden Rhythmus der Verse leicht reproducirbar werden, undBilder, die im Gedächtnis; hasten bleiben. Von den mancherleiSprüchen, die ich schon in meinen frühesten Jahren von meinerguten Mutter hörte, ist mir namentlich einer sehr lebhaft imGedächtniß geblieben; er lautet: