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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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Erst im Jahre 1795 erfolgte aber der ausdrückliche Befehl,daß in der medicinischen Facnltät ein Lehrer dem andern gleich-gestellt sei.

Als Mederer im Jahre 1796 von seinen Schülern Ab-schied nahm, gedachte er in seiner letzten Vorlesung des Tages,an welchem vor 23 Jahren, nach seiner Antrittsrede, dieStudenten ihn bedroht hatten. Darauf brachten ihm seineZuhörer eine Nachtmusik und ließen ihn durch eine Deputationwegen jenes Vorfalls um Verzeihung bitten.

Eng verbunden mit Mederer's Bestrebungen für die Ver-vollkommnung seiner Wissenschaft und der Hebung derselben undihrer Vertreter in der Achtung des Publicums waren seineBemühungen, medicinische Kenntnisse und humane Anschauungenim Volk zu verbreiten und dem Aberglauben entgegen zu treten.So bahnte er zunächst eine naturgemäße Behandlung der Biß-wunden wüthendcr oder wuthverdächtiger Hunde an, indem erdie bisher gebräuchlichen Mittel z. B. Vipernbiß als Antidotoder Brennen mit geweihten Eisen oder dem sog. Hnbertus-oder Peters-Schlüssel auf Hand oder Stirne als Thorheit be-zeichnete und dasAusschneiden und Einbrennen der.ange-bissenen Stellen als das einzig richtige Mittel angab. Erthat dies in einer kleinen Schrift, welche den Titel führt'Sehr leichte und eben so sichere Methode, vonwüthigen Thieren gebissene Menschen und Vieh vorder Wuth zu bewahren*). S. 9 heißt es daselbst: Ausdie Stirn oder in die flache Hand mit geweihtem Eisenbrennen ist thorrecht (thöricht). Dieses, die sog. MedererstcheMethode erläuternde Schriftchen wurde dann amtlich verbreitetunter dem Titel: Unterricht, wie man sich zu benehmen hat, wennein Hund wüthig wird und andere Thiere oder Menschen beißt.

Diese Bemühungen fanden auch die volle Anerkennung desfür alle humanen Bestrebungen so empfänglichen Kaisers Joseph II.,

*) Eine mehr für wissenschaftliche Kreise bestimmte Schrift überdiesen Gegenstand führt den Titel: äs rabis sewirm.