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Hundert Jahre einer Freiburger Professoren-Familie : biographische Aufzeichnungen
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Diese Rede erregte einen gewaltigen Stnrm besondersim Lager der Medicin Studirenden und es drohten diese sogardas Haus des Redners zn stürmen und denselben in der Vor-lesung zu insultiren.

Wie schmerzlich ihn diese Ereignisse und insbesondere auchdie Zurücksetzung gegen seine medicinischen Kollegen berührten,geht vor Allem daraus hervor, daß er trotz der großen Liebezu seinem Fache dennoch im Jahre 1775 um die durch Todes-sall des bisherigen Lehrers vakant gewordene Professur derChemie und Botanik petitionirte. In seiner Eingabe sagt er,bekanntlich sei der ordentliche öffentliche Lehrer der Chirurgievon allen akademischen Ehrenämtern ausgeschlossen, ein Aus-schluß, der zwar nur dem Amt, nicht aber der Person anklebe;doch könne er nicht bergen, daß ihm dieses unvorhergeseheneSchicksal sehr schmerzlich sei. Die Vater der Hochschule em-pfahlen diese Bitte unter Hervorhebung der großen Würdigkeitihres Kollegen allerhöchsten Orts sehr angelegentlich, es erfolgtejedoch erst im Jahre 1782 eine Entscheidung, dahin gehend,daß Supplikant zwar zum Rektor der Universität gewähltwerden, niemals aber das Dekanat bekleiden könne. Trotzaller dieser Enttäuschungen ließ Biederer in seinen Bestrebungenfür Hebung der Chirurgie nicht nach und erreichte es auch,daß Kaiser Joseph II., der sich selbst für die Sache lebhaftinteressirte, ein Dekret erließ (ci. c>. 21.October 1783), welchesbestimmte, daß das chirurgische Studium gleich dem medicinischenals ein freies anzusehen und Niemand davon abzuhalten sei,wenn er auchdie bisher gewöhnlichen Lehrjahre in einerBarbierstubc nicht ausgestanden habe" und ferner, daß Dvctvrender Chirurgie den übrigen Graduirten glcichzuachtcn seien.

zweite Rede hielt er im Jahre 1782 bei Gelegenheit einer Doctvr-promotion. Beide Reden erschienen vereinigt unter dem Titel i ZweiReden von der Nothwendigkeit beide Medicinen, die chirurgische unddie clinik'sche wieder z» vereinigen. Freiburg 1782. 8°.