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Brcslau und den Bekannten und Verwandten dienten eigensabgerichtete „Läufer", welche die Briefe abtrugen; der in be-stimmten Zeitfristen wiederholte Aderlaß bei der Familie und denDienstleuten fehlte auch hier nicht und wurde jederzeit notirt.
Daß insbesondere auch die Zeit des 7 jährigen Krieges einefür unseren Carl Ludewig sehr angstvolle war, kann an sich nichtbefremden. Schon im März 1758 hatte man in Kohlhöhe alleRäume für die Anlage eines Kgl. Magazins in Beschlag ge-nommen, für welches auch seinerseits Lieferungen aller Art statt-finden mußten; an starker Einquartierung fehlte es auch nicht,wenn sie auch anfangs in Kohlhöhe geringer war, als auf denGütern der Geschwister und, wie wir gesehen haben, in Hert-migswaldau und Pctermitz. Anfangs des Krieges konnte beiAngabe dieser Einquartierung in der Nachbarschaft Carl Ludewigdoch öfters notiren: „Gott hat uns behütet, daß wir keine be-kamen." Eben so nachtheilig als der Kriegszustand, mit seinenmannigfachen Anforderungen wirkte der während desselben imApril 1761 von ihm geschehene Ankauf des Gutes Würgsdorf,welcher einen erst im Frühjahr 1766 zu seinen Gunsten endendenProzeß gegen den Verkäufer Grafen Reichenbach zur Folge hatte,für den nach damaligen Verhältnissen hohen Preis von 61,000Thlrn. und 1000 Thlrn. Schlüsselgeld. Dieser Kauf traf insofernin die ungünstigste Zeit, als bald darauf (im August) auch aufKohlhöhe durch Fouragirungeu, Plünderungen und Zwangs-lieferungen schwere Verluste eingetreten waren. Im Septemberdesselben Jahres (1761) hatte man in Würgsdorf, wohin, wiein den Jahren vorher nach Lehnhaus und Jauer, die Familievon Kohlhöhe geflüchtet war, alles Vieh weggetrieben und daszurückgebliebene war an Futtermangel crepirt. Dazu kamen diegeforderten Vorschüsse, um deren willen wir (S. 122) SamuelFrhrn. v. Nichthofen im November 1761 bei den Herren v. Klugein Landshut sahen, bei denen sich zu gleichem Behufe auch CarlLudewig eingefundeu hatte. „Gott erbarme sich doch unser undmache aller Noth ein Ende um Jesu Willen", schrieb er ausdiesem Anlaß in sein Tagebuch, und am Schluß des Jahres:„Heute haben wir durch Gottes Gnade ein angstvolles Jahrbeschlossen, und anitzo bei der erstaunlichen Theuerung — der