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4. Ferdinand, welcher Barzdorf erhielt und nach dessenVerkauf in den Mitbesitz von Stannowitz trat,: den St anno-witzer Zweig.
Wir gehen nun zu den Geschicken dieser vier Zweige derBarzdorfer, wie wir gesehen haben, in ihrem Gesammtbestandefreiherrlichen Linie über:
II. 1. WcrNtschev Iiverg.
Dem dritten Sohne des 1754 verstorbenen Frhrn, Samuel,Wilhelm Dipprand, welcher 1749 in Berlin unterrichtet wordenund danach in Frankfurt a/O. studirt hat, war von den väter-lichen Gütern das älteste Praetorius'sche Besitzthum, das GutRaußke, zugefallen; bald nach des Vaters Tode — sein Vormundwurde Baron von Kottwitz auf Kauffung — vermählte er sich am23. Oktober 1754 mit seiner Cousine Ursula Christiane Ernestinev. Heintze und Weißenrode, geb. den 10. September 1731, überderen Familie wir bereits oben^') das Nähere angeführt habenund die, früh verwaist, seit 1745 mit ihrem Bruder in Barz-dorf auferzogen war.
Der Frhr. Wilhelm v. Richthofen, wie er sich stets nannte(nicht Nichthoffen), war ein sehr unternehmender, energischerund kluger Mann, aber von leicht erregbarein Charakter; da ermanchen Kampf mit den Behörden zu bestehen hatte, so fließenaus den darüber noch — zumeist im Kgl. Staatsarchive zuBerlin — vorhandenen Acten die Nachrichten über ihn reichlicher,als über andere Familienmitglieder seiner Zeit; sie enthalten über-dies für die damaligen Zustände manches allgemein Interessante.
Im Jahre 1760 zum Landrath Goldbergschen Kreisesernannt, trat er im Jahre 1765 in gleicher Eigenschaft in denJauerschen Kreis über, in welchem Kreise er auch bei Constitui-rung der Schweidnitz-Jauerschen Fürstenthums-Landschaft zumLandesältesten für die Zeit vom 20. April bis Johannis 1770erwählt wurde.
Er hatte 1754 auf 6 Jahre von seinem taubstummen(S. 158 genannten) Schwager v. Heintze das Gut Jeschendorf
*) S. 1S7.