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1. Th. 1. H. (1869) Die älteste Geschichte
Entstehung
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Rossleben, Ernsten's Sohn", welcher 1282 das Kloster zu Rosslehen ge-stiftet und mit ansehnlichen Gütern beschenkt hätte. Die AngelröderStammtafel sagt sogar: „Gurt von Witzleben, Ritter auf'Wolmerstedt,Molsdorf, Wendelstein und Berka, 1251 Scabinus zu Gotha, fundirte 1282das Nonnenkloster zu Rossleben und setzte 1293 seinen Bruder Theodoricumzum Probst über besagtes Kloster. Er stirbt 1323."

Urkundlich haben wir über all dieses gar Nichts gefunden. Dagegensteht fest, dass Molsdorf erst im Jahre 132G im Besitze unserer Familiewar und zwar in dem des Ritters Heimich, dass Wendelstein von demHofrichter Christian 1355 erworben und dass Berka erst von Christian'sEnkel Kerstan 1422 gekauft wurde. Wolmirstedt kommt auch erst zu dieserZeit als im Besitz unserer Familie befindlich vor, wenn wir auch aus er-heblichen Gründen schliessen können, dass es ebenfalls schon dem Hof-richter gehört hat. Der Verfasser jener Stammtafel hat augenscheinlichden später erworbenen Besitz auf den vermeintlichen Stammvater concentrirt.Ferner steht fest, dass jener Gurt, welcher von 1251—1256 Scabinus zuGotha war, kein 'Witzleben, sondern aus der von der unsrigen ganz ver-schiedenen Familie von Wiegleben stammte, und endlich, dass das KlosterRossleben bereits vor dem Jahre 1142 von dem Grafen Ludwig vonWippra und dessen Gemahlin Mathilde gegründet worden ist.

Von einem Mitgliede unserer Familie findet sich vor der Zeit des Hof-richters Christian von Witzleben (1338—1374) in der Gegend von Ross-leben nirgends eine Spur, und die Behauptung Wilhelms (in seiner Ge-schichte der Klosterschule Rossleben, p. 5.): Gurt von Witzleben habedem Kloster Rossleben 3 Acker Weingarten, 1 '/ 2 Hufen Land auf immerverehrt, müssen wir auch bezweifeln, bis wir eine solche Urkunde gesehen haben.

Das einzige Wahre von jenen Nachrichten über Gurt ist weiter Nichts,als dass im Jahre 1293 der Probst von Rossleben Theodoricus liiess, wiewir aus einer Urkunde vom 27. Oct. d. J. ersehen, in welcher AlbertEdler von Hakeborn und sein Söhn gleichen Namens das Kloster lioss-lebeu mit den von Nicolaus von Eossleben gen. von Henstedt erkauftenGütern belehnten; aus welchem Geschlechte aber dieser Probst Theodoricusstammt, ist nirgends angegeben.

Aus all' dem Angeführten, wie aus der Stammtafel I. 1. ersehen wirnun, dass unsere Familie urkundlich im Jahre 1133- zuerst erscheint undin noch nicht 2 Jahrhunderten eine Ausbreitung gewann, wie sie von weniganderen Geschlechtern bekannt ist.