Druckschrift 
Geschichte des schloßgesessenen adligen Geschlechtes von Bismarck, bis zur Erwerbung von Crevese und Schönhausen : Denkmal der Dankbarkeit des Vereines für Geschichte der Mark Brandenburg
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

ihres Gemahles auSgebrochenen Fehde» mehrfach bedroht war'). Zu-gleich benutzte Nule vonBismarck diese Gelegenheit, nm die zum Wohl-thun geneigte Herzogin im Interesse der Armen und Kranken zu einerreichern Ausstattung des heiligen Geist-HoSpitaleS und der Elenden-Gildcin Stendal zu bestimmen-). Auch ließ er sich selbst mit einem He-bungsrcchte im Dorfe Schcrnickau belehnen, das er von der Landes-herrschaft erkauft hatte").

Anf'S Neue machte sich Nndolph von Bismarck in den folgendenJahren um seine Vaterstadt verdient durch glückliche Unterhandlungenmit dem Herzoge Otto von Branuschweig, dem inzwischen auch für denFall eines frühern AbsterbenS seiner Gemahlin der Besitz der Altmarkauf Lebenszeit zugesichert und auch in Stendal Huldigung geleistet war.Denn nach einem Vertrage, der am 12. April 1325 wieder zu Tau-gcrmündc von Rudolph von BiSmarck und zwei andern Bürgern Sten-dal's zum Abschluß gebracht wurde, erhielt diese Stadt von dem Her-zoge und der Herzogin das landesherrliche Zollhebuugsrecht daselbst zuLehn. Bis dahin war dies Recht durch Verpachtung an MeistbietendeUnternehmer benutzt, die dasselbe möglichst gcwinnreich auszubeutensuchten, wenn dies auch dem Verkehre zum Nachtheil gereichte. Indemdie LandeShcrrschaft jetzt dies Hcbnngsrecht gegen die mäßige Kapitals-Entschädigung von 26 Mck. Silber der Stadt selbst übertrug, war esdamit dem Ermessen des Stadtregimentcs anheimgestellt, wie weit undob es überhaupt von der Befugniß zur Zollerhebung Gebrauch macheuwollte. — Wahrscheinlich begaben sich dieselben Bevollmächtigten derStadt dann auch persönlich zu dem Römischen Könige Ludwig nachBaicrn, um dessen Bestätigung dieses Vertrages zu erwirke», welcheLetzterer den 18. October 1325 zu Nürnberg „den weisen Männern,seinen lieben getreuen Bürgern in Stendal" ertheilte').

Im Jahre 1332 erhob unsern Nndolph das Vertrauen seiner Ge-werbsgenosseu zu dem Amte eines Altmeisters der Gcwandschncider-Gilde,

I Riedel's voll. I, XV, 73. 71.-) Riedel's Uml. I, XV, 72. 73.-) Riedel's vol. I, XVII, 478.') Riedel's do-Z. I, XV, 79. 80.