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Geschichte des schloßgesessenen adligen Geschlechtes von Bismarck, bis zur Erwerbung von Crevese und Schönhausen : Denkmal der Dankbarkeit des Vereines für Geschichte der Mark Brandenburg
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Besitz befanden, so tritt doch im Jahre 1370 die Familie von Alvens-lebcn als Lehnsträgerin des Städtchens ans').

Daß inzwischen zn Bismark auch ein Schloß bestanden habe, istschon darnach zu vermuthen, weil überhaupt fast alle ältern Städteund Flecken der Mark Brandenburg unter dem Schutze von Burgenund Schlössern sich bildeten. Es haben aber auch örtliche Ermittelungen,namentlich au einem Burgwall genannten Platze bei der Stadt, nochIleberreste ehemaliger Burggebäude und ihrer Befestigungen auffindenlassen 2).

Schließlich entsteht nun die Frage, ob man nach dem Obigen dievon Bismarck, die im 13. Jahrhundert als hervorragende Bürger inStcndal und andern Städten, sowie im Anfange des 14. Jahrhundertsauch als rittermäßige Männer in der Prignitz und im Lande Nnppiuhervortreten, gleichwohl noch als Abkömmlinge ursprünglicher, wennauch historisch nicht erweislicher Besitzer des Ortes Bismark, oder ehe-maliger Burgmannen des hier vermuthlich einst vorhanden gewesenenbischöflichen Schlosses, oder aber schlichter Bürger des unter dem für Ge-wcrbsentwickclung überall günstigen Schutze der Geistlichkeit entstandenenStädtchens anzusehen hat.

Geschichtsschreiber, welche der in älterer Zeit herrschenden Neigunghuldigen, den Glanz bedeutender Adclsgeschlechter lieber einer nebelhaftenVergangenheit und einer alterthümlichen Hoheit und Größe unsichererVorfahren zu entlehnen, als von der aufstrebenden, in historisch nach-weisbaren Verdiensten bethätigten Kraft und Tüchtigkeit ausgezeichneterPersönlichkeiten späterer Zeit abzuleiten, werden sich für die erste oderwenigstens für die zweite der aufgestellten Möglichkeiten entscheiden.Diese genealogische Richtung befriedigt es nicht, ihre Familien aus ge-sunden Keimen natürlich erwachsen und zu immer höherer Bedeutungund Berühmtheit, den Gesetzen des Lebens und der Entwickelung gemäß,sich allmählich erheben zn lassen; sondern sie glaubt Familien durch ihnenzugeeignete hohe Herkunft zu verherrlichen, auch wenn sie dadurch ge-

>) Ricdcl's c?oä. I, XVII, 77 lind l, XXII, 402. 405.

-) Beckmann's Beschr. der M, Brand. Th. V, I, IX, 73. Wohlbriick 's Gesch.Nachr. von dem Geschl. von Alvensleben I, 311.