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Geschichte des schloßgesessenen adligen Geschlechtes von Bismarck, bis zur Erwerbung von Crevese und Schönhausen : Denkmal der Dankbarkeit des Vereines für Geschichte der Mark Brandenburg
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Umstand entgegen, daß die älteste Bezeichnung des Ortes dringendeVeranlassung dazu giebt, seine Anlage und seinen ursprünglichen Besitz,anstatt einem Böhmischen Herrengeschlechte, einem geistlichen Oberhirtenzuzuschreiben. Denn der Ort wird in einer Urkunde vom Jahre 1209,welche desselben zum ersten Mal Erwähnung thut, „Biscopesmarck"genannt'), woraus sich die kürzere Bezeichnung Bismark später bildete^).

Man findet überall in Deutschland bei vielen von Bischöfen ge-stifteten und Bisthümeru eigen angehörigen Orten ähnliche dies Ver-hältniß bezeichnende Namen, sowie auch eine ähnliche Namens-Verände-rung. Allein im heutigen Neuvorpommcrn kennt man drei Bisdorf ge-nannte Orte, die ursprünglich dem Bisthume Schwerin, von dem ihreGründung ausgegangen ist, angehörten und daher Biscopesdorp hießen^);wie auch in andern Gegenden nach ihren geistlichen Stiftern benannte Orte,als Bischofshagen im obern Eichsfelde, Bischofsleben bei Erfurt undBischofskirchen bei Braunfels in der Wetterau, die Namen BiShagen,Bisleben und Biskirchen in späterer Zeit angenommen haben.

In dem Altmärkischcn Orte Biscopesmarck war nun auch in derThat nach der Urkunde vom Jahre 1209 der Bischof von Havelbergmit seinem ganzen Domcapitel, sowie der Markgraf Albrecht und dessenGefolge damals anwesend, da es sich hier für das Hochstift Havelbergum eine landesherrliche Bestätigung seiner Altmärkischen Besitzungenhandelte. Daß zu den letzten? das kaum eine viertel Meile von Bis-mark gelegene Dorf Döllnitz ebenfalls gehörte, das im Jahre 1186 andas Bisthum Halberstadt vertauscht wurde, ist eben aus diesem Tausch-geschäfte urkundlich zu ersehen"). Es dürfte daher kaun? daran zuzweifeln sein, daß Bismark zu dein Eigenthum? des Bisthumes Ha-

1) Niedel's voä. I, III, 31.

2) In frühern Zeiten scheint man den Namen Bismarck von der Biese abge-leitet zu haben; wenigstens fing in? 14. Jahrhunderte ein Magdeburger Urkunden-Concipient an, den Familiennamen Bismarck kZlsemnrdre und Lisenirmrelce zuschreiben. LnAittnrii Listor. üneat. bei Botzsen, Allg. hist. Magazin, Th. IV,25. Diese Ableitung hat jedoch um so weniger Wahrscheinlichkeit für sich, als Bis-mark nicht an der Biese liegt, sondern die letztere eine halbe Meile von der Stadtentfernt ihren Laus hat.

") Hasselbach und Kosegarteu, Ooäex ?om. üixl. I, 78. 141. 312. 313.

<) Riedel's Loä. I, III, 88.