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4 (1875) Livland und seine Geschlechter : I. Band
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Die natürlichste Folge solcher Sohandthatenwar Widerstand und Entgeltung. Die Esthcn, welcheJornandes, der Geschichtschreiber der Gothen imsechsten Jahrhundert als friedliche Menschen dar-stellt und welche der Seefahrer Wulfstan noch alssolche im 9. Jahrhundert rühmt, sehen mit Verach-tung auf solche Bekehrungswerke herab, greifen zuden Waffen und vertheidigen sich bis auf den letztenMann; die Oeseler überfallen 8, August 1220 dasSehloss Deal, ermorden den Bischof und 500 Mannsammt ihrem Anführer.

Im nächsten Jahre erheben sich die Estlienauf's Neue. In .Harrien und Wiek werden allePriester und mehrere Dänen erschlagen, in Wirlandund Jerwen alle Priester gefangen nach ßeval ge-sandt, in Dorpat und Saccala alle dänischen unddeutschen Christen und am 29. Januar 1222 in derKirche zu Saccala während der Messe alle Ordens-ritter ermordet, wogegen die Schwertritter im August1223, als sich ihnen das von Estlien und Russenbewohnte Dorpat übergeben musste, alle Einwohnerbis auf einige Weiber und Kinder niederhauen.

In Mitte dieser Wirren kam es auch zu Feind-seligkeiten mit König Waldemar. Er und die Schwert-ritter hatten Theile von Esthland mit dem Schwertean sich gerissen und war unter dem so getheiltenBesitzstande das Bisthum ßeval entstanden, dessenStuhl seit 30. October 1222 Theoderich, Abt desKlosters Dunamünde bekleidete. Die Zahl der Neu-bekehr, en gibt Papst Honorius III. 1220 für so ge-wachsen an, dass überall die Seelsorger fehlen undTheoderich ermächtigt wird, sie aus jedem Klosterzn holen. König Waldemar aber fühlt sich dadurchin seinen Rechten gekränkt, er belegt die Schifteder Kreuzfahrer nach Esthland mit Beschlag, wo-gegen der Papst 18. April 1220 deren Freigebung