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4 (1875) Livland und seine Geschlechter : I. Band
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Rcval und sucht von liier aus seine Herrschaft nachSüden hin über das Land auszudehnen, währendein Ordensheer kämpft , um von Süden her die Or-densherrschaft zu erweitern. Die Kriegsbandenüberfluthen von Wenden aus zunächst Jerwen undim Herbste auch Wirland , wo die Feste Warbolasich ergeben inuss. Das Erschlagen von tausendenEingeborenen, das Rauben ihrer Habe setzt sichauch im folgenden Jahre fort. Und hierbei bleibt esnicht stehn; es wüthete gleichzeitig ein Kreuzherr unterFührung des Herzogs Albert von Sachsen in Curland.

Das Streben des Dänenkönigs und des Ordens,das möglich grösste Stück von Esthland an sich zureissen, findet sich auch bei dem dänischen und In-ländischen Bischöfe. Beide suchen sich durch Schnel-ligkeit bei der Vornahme von Besitzhandlungen fürdie Gründung ihrer geistlichen Herrschaft zu über-bieten. Da man hierfür das Taufen allein als hin-reichend ansah, so wurde es in Massen betrieben.Der Livländische lässt es in Saccala, Jerwen undWirland an den Esthen haufenweise verrichten undder Dänische macht es noch kürzer: er lässt ledig-lich die Grenzen der Bezirke, welche er durch ein,in ihrer Mitte errichtetes Kreuz kenntlich gemachthat, mit Weihwasser besprengen und in Folge dessenalle darin Wohnenden für getauft erklären. Ja, ertreibt seine Herrschsucht so weit, dass er, wie dielivländische Chronik erzählt, einen wirländer AeltestenThabelin, lediglich deshalb aufhängen lässt, weil ersich durch Deutsche, statt durch seine Leute hattaufen lassen.

Das Morden geschieht ebenfalls massenweise;1219 werden aus Glaubeuseifer die widerspänstigeuHarrier, in den Höhlen, wo sie sich verkrochenhaben, aufgespürt und gegen Tausend durch Dampfund Feuer getödtet.