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Dahin zu wirken, war der Hauptzweck dieser meiner geschichtlichenArbeit, die gleichzeitig der lebenden wie allen künftigen Generationenunserer Familie das Dunkel aufschließen sollte, was über die historischenBegebenheiten unseres Geschlechtes hinter ihnen liegt, und die endlichdie Rechtsverhältnisse der Familie, wie sie sich durch die Jahrhundertehindurch gestalteten, und die Basis für die Gegenwart bilden, festzu-stellen bestrebt war. — Ob mir dies Alles gelungen, überlasse ich der ,Beurtheilung unserer Familienglieder. Es war eine große mühevolleArbeit, die ich unternommen habe; möchte mir ein freundliches An-denken dafür bewahrt werden! Es war aber auch eine erfreulicheArbeit, da sie mir so schone Bilder meiner Ahnen vor Augen stellte,sodaß ich es als eine besondere Gnade Gottes erkenne, solchem Ge-schlechts anzugehören.
Große und ernste Geschicke sind über unsere Familie im Laufeder Zeiten dahin gegangen. Von selbstständigen Dynasten des Landes,was unsere Vorfahren bis zum Beginne des 14. Jahrhunderts waren,kamen sie als Vasallen in mehrfaches Abhängigkeitsverhältniß zu demLandesherrn, in deren Territorien unsere Besitzungen lagen, doch be-wahrten sie noch fünf Jahrhunderte lang ihre Reichsfreiheit und Reichs-unmittelbarkeit, und dadurch ihre landeshoheitlichen Rechte über ihreUnterthanen, wie die Consistorialhoheit über ihre Kirchen und Pfarreien.Mit dem Untergang des deutschen Reiches ging aber dies Alles ver-loren, und trafen sie schwere pecuniäre Verluste, sie wurden nun selbstUnterthanen eines Landesfürsten, der schwerste Schlag, der sie seit derFamilie Bestehen getroffen hat. Doch blieben sie noch Guts- und Ge-richtsherrn über ihre früheren Unterthanen, und behielten noch mehr-fache bevorzugte Rechte. Aber dieses Alles nebst manchen lucrativenRechten wurde unserer Familie durch das Revolutionsjahr 1848 undseitdem entzogen, und sie hat nun weder Unterthanen noch Grund-holden mehr, und kaum noch ein von den übrigen Bewohnern desLandes bevorzugtes Recht. So hat die Zeit von sieben Jahrhundertenihre Stellung geändert. Und dennoch steht sie noch angesehen undhochgeachtet da, und blühend im äußeren Wohlstande!
Dies wollen wir mit innigem tiefgefühlten Danke gegen Gott er-kennen, dessen reiche Gnade unsere Familie stets beschützt hat. Wir