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unterrichten hatte, und dessen Einfluß ein so wohlthätiger war, daßihn mein Vater später, als Weinmann seine Universitätsstudien alsTheologe vollendet hatte, förmlich als Hofmeister wieder in's Hausnahm.
In dieses früheste Knabenalter Hermanns fällt die Reise der Familienach Weimar im Herbste 1805 und der im April 1806 erfolgte Todder theueren Mutter daselbst, wovon ich bereits oben bei meinem Vaterausführlich gesprochen habe. So ward Hermann noch in seinem zartestenKindesalter der treuen Mutter beraubt, die er kaum gekannt hatte,die aber mit der innigsten Liebe an ihm hing. — Im Herbste des-selben Jahres bezog der junge Erzieher Weinmaun die Universität, undda mein Vater ihn, wie gesagt, nach vollendeten Universitätsjahrenwieder als Hofmeister in's Haus nehmen, und deshalb für die Zwischen-zeit keinen anderen Erzieher aufstellen wollte, zog er es vor, den sechs-jährigen Hermann zu einem benachbarten Geistlichen, dem mit ihm sehrbefreundeten Pfarrer Wohlfart in Heilgersdorf für diese Zeit zu bringen.Dieser Aufenthalt in dem einfachen Pfarrhause, und unter der Leitungdes trefflichen Geistlichen, war für Hermanns Entwickelnng äußerstförderlich. Er kräftigte Seele und Körper des Knaben, und legte mitden Grund zu jener gesunden Geistesfrische, die ihm durchs ganzeLeben in den verschiedenen Lagen, in welche ihn solches brachte, unver-ändert blieb. — Dieser Aufenthalt zu Heilgersdorf dauerte drei Jahre,denn da im Herbste 1809 der junge Weinmann die Universität absol-virte und nun nach Rentweinsdorf zurückkehrte, nahm der Vater auchHermann zu sich zurück, und er blieb nun daheim unter der Aufsichtund in dem Unterrichte Weinmanns bis zum Herbste 1814. Der Ein-fluß dieses Letzteren auf den Knaben war ein vorzüglicher, recht geeignet,neben der vortrefflichen väterlichen Erziehung die gesunden Kenne Her-manns auf das Erfreulichste zu entwickeln. — Bald nach HermannsRückkunft in's Vaterhaus — Juli 1810 — erfolgte die Wiederverehe-lichung meines Vaters, und die neue vortreffliche Mutter wirkte nungemeinsam mit Vater und Hofmeister für die Fortentwickelung deshoffnungsvollen Knabens. In diesem Alter zeigte es sich schon deutlich,daß er dereiust ein Mann im wahren edlen Sinne des Wortes werdenwürde, denn ein bei einem Knaben dieses Alters seltener fester Willeund Charakter, stets gestützt auf strenge Wahrheitsliebe und volle Offenheit