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erwählten ihn hiefür. — Da das Verwaltnngsstatut erst ain 1. März1863 in's Leben trat, benützte Gottfried den Herbst und Winter nochzur Erlangung einiger praktischer Verwaltungskenntnisse, und arbeitetedeßhalb bei dein bayerischen Bezirksamte Karlstadt. — Zu AnfangMärz bezog er hierauf das väterliche Schloß Reniweinsdorf und über-nahm die ihm als Verwaltungs-Majoratsherrn, der ausschließlichenNutznießung und Revenue nach zugetheiltcn vier Oekonomiegüter Nent-weinsdorf, Sendelbach, Hebendorf und Eichelberg, sammt der Hälftedes Wiesengntes Lahm. Er widmet sich nun mit Eifer der Land-wirthschaft.
Das Frühjahr 1864 war für sein inneres Lebensglück eine ent-scheidende Zeit, er verlobte sich da niit Julie, der zweiten Tochter desBezirksgerichts - Direktors Freiherrn von Welser zu Nürnberg, ans demberühmten schwäbischen Gcschlechte dieses Namens stammend, dem einstPhilippine von Welser angehörte. Am 28. Juni desselben Jahresfand seine Vermählung zu Nürnberg statt, und noch am selben Tagehielt er mit seiner jungen Gattin seinen festlichen Einzug in Reniweins-dorf, der uns durch die herzliche Theilnahme der ganzen dortigenBevölkerung daran einen erfreulichen Beweis gab, daß, wenn auch dasJahr 1848 rechtlich das innige Band zwischen der früheren Gutsherr-schaft und den Grundhvlden gelöst hatte, letztere doch noch immer ihrealte Anhänglichkeit an unsere Familie bewahrt hatten. Der Herr gebe,daß dies auch ferner ungestört so bleibe!
6. Friedrich I., der vierte Sohn Hermanns III., wurde zuReniweinsdorf am 16. März 1340 geboren. Er war ein talentvoller,frischer und fröhlicher Knabe, der zu den schönsten Erwartungenberechtigte. Zu seiner gründlichen Ausbildung wurde er auf's Gym-nasium nach Erlangen gebracht, wo er im Hause unseres vielbewährtenFreundes, des Professors Schmidtlein, wohnte. Während er sich da-selbst befand, eröffnete sich ihm eine schöne Lebensaussicht. Die Tanteseiner Mutter, Gräfin Reden zu Buchwald in Schlesien, hatte derLetzteren in ihrem Testamente ihre schlesischen Güter mit der Bestimmungvermacht, daß solche dereinst nach der Mutter Tod als ein Majoratauf ihren Sohn Friedrich, der der Pathe der Gräfin Reden war,kommen sollten, wovon ich weiter unten in der Lebensgeschichte meinesBruders ausführlicher sprechen werde. Friedrich wurde nun, da hier-