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2 (1865)
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576
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Es ist meine Absicht nicht, hier eine Selbstbiographie zu geben,und ich muß es meinen Nachkommen überlassen, falls einer derselben,meinem Wunsche gemäß, eine Fortsetzung dieser meiner Familiengeschichtezu liefern beabsichtigen würde, auch meine Lebensgeschichte mit in solcheaufzunehmen, wozu sich wohl unter meinen nachgelassenen Papieren,wie in der Privatcorrespondenz zwischen meinein Bruder und mir, dieich in unserem Familienarchive niederlege, Stoff finden wird. Zueiner Selbstbiographie gehört nicht blos eine Niederschreibung derLebensereignisse, es gehört dazu eine Selbstbeurtheilnng, die immeretwas Gewagtes ist. — Ich gebe daher hier nur der Vollständigkeithalber zu dem, was ich bereits in der Lebensbeschreibung meinesVaters über meine Lebensereignisse gesagt, und zu dem, was ich weiterunten in der meines Bruders Hermann über solche anführen werde,einige allgemeine Mittheilnngen und Bemerkungen, werde aber das,was ich seit dem Tode meines Bruders, wo ich die Verwaltung unsererGüter allein zu führ-en hatte, für unsere Familie gethan, am Schlüssedieser Familiengeschichte zusammenstellen.

Nach überaus glücklicher Kindheit, die ich im Baterhause zubrachte,wo der treffliche Hofmeister Weinmann meinen Unterricht leitete, kamich im Dezember 1818 auf das Gymnasium zum grauen Kloster inBerlin, und hier wie später in Ansbach genoß ich meinen Gymnasial-nnterricht, während ich dazwischen ein halbes Jahr — Sommer 1821 —im Privatunterricht zu Bamberg zugebracht, wo ich im Hause desDireciors vr. Pfeufer wohnte. Nachdem ich im Herbste 1823 daSGymnasium zu Ansbach absolvirt und noch ein halbes Jahr zu Bay-reuth dem Studium der alten Sprachen gewidmet, bezog ich zu Ostern1824 die Universität Erlangen, wo ich in die damals noch bestehendeBurschenschaft eintrat, deren sittlich-ernstes Streben wesentlich förderndauf mich wirkte, und insbesondere die von Kindheit an mich beseelendeBegeisterung für mein deutsches Vaterland mächtig erhöhte. Hier wiesodann auf den Universitäten Berlin, Göttingen, Würzburg undMünchen widmete ich mich dem Studium der Jurisprudenz und derstaatswirthschaftlichen Fächer und absolvirte die Universität im Früh-jahre 1828.

Ich beabsichtigte den Staatsdienst als Berns zu wählen, und zwarim Bereiche der Verwaltung, und trat daher nach vollendetem Uni-