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Ihren Neffen nnd Nichten blieb sie aber stets die treueste Tante, undwir Alle hingen mit der zärtlichsten Liebe an ihr. Von Allen, die siekannten, ward sie hoch verehrt.
Ihre mitunter gestörte Gesundheit veranlasste sie zu öfteren Be-suchen des Bades Kissingen, wo sie bald mit den gewöhnlichen Stamm-gästen des damals noch wenig besuchten Badeortes so befreundet wurde,daß sie dort überaus gerne gesehen war, und diesen Ort bald so liebgewann, daß sie — auch wenn es ihre Gesundheit nicht erforderte —nun jedes Jahr einige Zeit dort zubrachte. Sie nannte diese Zeitihren Carneval, da sie sonst das ganze Jahr ruhig in Nentweinsdorfzubrachte, nnd nur selten die Freunde auf den benachbarten Güternoder in Bamberg und Coburg besuchte.
Als nach dem Tode ihres Bruders Sigmund dessen Wittwe, meineMutter, mit ihren Töchtern nach Berlin zog, und mein Bruder Hermannnun mit der Tante im Schlosse Nentweinsdorf allein znrückblieb, über-nahm diese das Hanswesen, und führte solches bis zum Jahre 1830,wo mein Bruder sich verheirathete. Diese neue Berufsthätigkeit hatteviel Beglückendes für sie.
War aber auch ihr Leben seit Jahren ein friedlich glückliches zunennen, so war es doch auch von vielem Schmerz getrübt worden.Sie sah nach und nach alle ihre Geschwister von sich scheiden, und vonder zahlreichen Schaar von Brüdern und Schwestern war es ihr be-schieden, die Letzte hier auf Erden zu sein.
Im Jahre 1832 ging sie wie jedes Jahr nach ihrem liebenKissingen; dort erkrankte sie. Meine Mutter und Schwester Thnsneldeeilten zu ihrer Pflege dahin und hofften sie bald nach Nentweinsdorfzurückbringen zu können, was sie selbst sehnlichst wünschte. Es warnicht mehr möglich, denn bald zeigte es sich, daß ihre Krankheit dasNerveufieber sei. Am 28. September desselben Jahres starb sie dort-selbst und wegen der Gefahr von Ansteckung konnte nicht einmal ihreLeiche in ihr geliebtes Nentweinsdorf zurückgebracht werden. Sie liegtauf dem Kirchhofe in Kissingen begraben.
In ihrem Testamente bedachte sie eine Menge Personen, die sieine Leben stets unterstützt hatte, und für unsere Familie machte sieeine überaus wohlthätige Stiftung, indem sie 5000 fl., die sie sich nachund nach zusammengespart hatte, zu einer Familienstiftung für die