Druckschrift 
2 (1865)
Seite
543
Einzelbild herunterladen
 

54Z

Diese ganze Wohlthätigkeits- und Beschäftignngsanstalt besteht nunseit 40 Jahren zum grasten Segen unserer Bediensteten und bisherigenGrundholden, und hat in dieser langen Zeit vieler Noth und vieleinUnglücke gesteuert, und Christiair Ernst's wohlthätige Absicht ist dadurchvollkommen erreicht worden. — Mit der im Jahre 1848 stattgefnndenenAuslosung des Grundholdenverbandes hätte eigentlich der Hauptgrundder Stiftung sein Ende erreicht gehabt, allein mein Bruder und ichglaubten diese so wohlthätige Stiftung auch für die bisherigen Grund-holden fortbestehen lassen zu sollen, damit des Stifters edler Zweckauch fernerhin erfüllt und ein bleibendes Band zwischen unserer Familieund unseren früheren Grundholden aufrecht erhalten würde. DieStatuten wurden aber von uns, den veränderten Verhältnissen anpassend,abgeändert. — Möchten alle jetzigen und künftigen Glieder unserer Familiediesem so überaus wohlthätigen Institute stets die treneste Sorgfaltwidmen, und dadurch das Andenken an den edlen Stifter ChristianErnst hoch in Ehren halten.

Ich komme nun zu den drei jüngsten Kindern Johann Friedrichs II.Diese sind:

13. Henriette Amalie, geboren am 20. Dezember 1704, dieaber schon am 1. August 1769 starb.

14. Sophie Henriette Franziska, geboren am 11. Januar 1766zu Nentweinsdorf, wo sie den größten Theil ihres Lebens zubrachte.In ihrer Jugend war sie viel und oft bei den Verwandten ihrer Mutter,den befreundeten Seckendorff'schen Familien, besonders bei dem Ministervon Seckendorfs zu Bayreuth, ihrem und ihrer Geschwister früherenVormund, der innner überaus freundlich gegen sie war. Sie brachteoft mehrere Jahre in Bayreuth zu, und verlebte da eine sehr heitereJugend. Als Freiherr von Seckendorfs Staats- und Conferenzministerin Mainz wurde, nahm sie wieder ihren bleibenden Wohnsitz in Nent-weinsdorf. — Ihr Bruder Sigmund, der mit großer Liebe an dieserSchwester hing, wünschte für sie vorzugsweise eine baldige Verheirathung,da er überzeugt war, daß sie recht dazu geschaffen sei, eine glücklicheund beglückende Gattin zu werden. Es knüpften sich auch mehreredahin zielende Verhältnisse an, die jedoch nicht zu dem erwünschtenZiele führten. — Diese öfters eingetretenen Täuschungen wirkten höchst