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2 (1865)
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sie, seine Schwester Marie als Hofdame zu sich zu nehmen, was ihmdiese auch zusagte. Marie kam noch im selben Jahre nach Mannheim,und blieb dort in dieser Stellung bis zum Jahre 1799, wo PfalzgrafMaximilian Kurfürst von Bayern wurde und nach München zog.Dahin konnte Marie der neuen Kurfürstin nicht folgen, da diese nurbayerische und — obgleich sie selbst Protestantin war — nur katholischeHofdamen annehmen mußte. — Marie trat nun als Hofdame in denDienst der Erbprinzeß von Darmstadt, an die sie die neue Kurfürstinempfohlen hatte. Sie wurde später, als die Erbprinzeß Großherzoginward, zu deren Schlüsseldame erhoben. Am Hofe zu Darmstadt warsie sehr geliebt, und als sie in ihrem vorgerückten Alter zu kränkelnbegann, hatte ihre Fürstin die zartesten Rücksichten für sie, undsandte sie wiederholt in Bäder, um ihre geschwächte Gesundheit zustärken. Auch 1830 sollte sie wieder nach Kissingen gehen, wurde aberin Rentwcinsdorf, wo sie sich vorerst einige Zeit aufhalten wollte, soleidend, daß sie die Reise in's Bad aufgeben mußte. Ihr Zustandverschlimmerte sich gegen den Herbst zu, und am 14. September des-selben Jahres starb sie daselbst, gottergeben und in überaus schönerund frommer Stimmung, und wurde auf dem dortigen Kirchhofe be-graben. — Als ich Namens der Familie noch im selben Jahre nachDarmstadt reiste, um ihre Hinterlassenschaft zu ordnen, und den Fürst-lichkeiten für die meiner Tante so lange Jahre bewiesene Gnade undGüte den Dank der Familie auszusprechen, ersah ich, in wie hohemGrade die Verstorbene von dem großherzoglichen Paare, von der Hof-gesellschaft in Darmstadt, und überhaupt von allen Bewohnern dieserStadt verehrt und geliebt war. Von allen Seiten wurde mir dießkund gegeben, und namentlich erfuhr ich dort, welche Stütze dieselbefür die Armen der Stadt gewesen war, von denen sie mehrere Familienaus ihren nur geringen Mitteln fast ganz erhielt. Ihr folgte einschönes Andenken dortselbst nach. —

12. Christian Ernst, geboren zu Reutweinsdorf am S. October1763. Von dem Leben dieses höchst geistreichen und in jeder Be-ziehung edlen Mannes habe ich schon oben bei der Lebensbeschreibungseines Bruders Sigmund viel und oft gesprochen, und es bleibt nurdarum hier nur noch übrig, ein allgemeines Bild von ihm zu ent-werfen, und einiges ihn speciell Betreffendes anzuführen.