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2 (1865)
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Die Ferien der Hochschule brachte er meist in Rentweinsdorf zu;so war er insbesondere im Frühjahre 1783 dort, wo sich seine Schwe-ster Wilhelmine am 11. März mit dem Freiherrn Karl August Truchseßvon Wetzhausen auf Oberlauringen vermählte. Daneben machte erauch von Kaiserslautern aus öfters kleinere Excursionen in der Pfalz.Es sind noch einzelne Aufschreibungen darüber vorhanden, die Zeug-niß geben, wie er jede solche Tur zur Vervollständigung seiner Kennt-nisse benützte, und wie tiefe Studien er dabei über Volk und Landmachte. Vom Herzogthume Zweibrücken gibt er eine sehr unvortheil-hafte Schilderung; Cultur und Sitten seien noch gegen andere Ländersehr zurück und Vieles wie noch im Urzustände. Charakteristisch für dieDenkungs- und Gefühlsweise Sigmunds ist es, was er über den da-maligen Herzog von Pfalz-Zweibrücken schreibt, der roh und despotischsei, und sich um das Wohl seines Landes gar nicht kümmere. Mitdem Ausdrucke der tiefsten sittlichen Entrüstung erzählt er mehrereAnecdoten aus dessen Leben, die seine despotische Willkühr und seinerohe Menschenverachtung schildern, und für einen jungen Mann, wieSigmund, dessen ganzes Wesen überströmende Liebe zur Menschheitwar, doppelt empörend sein mußten. — So erzählt er unter Anderem,daß der Fürst einen armen Bauer, der auf einer Jagd, wo er dasWild zu treiben hatte, vor Müdigkeit eingeschlafen war und sich gegeneinem jungen Jäger, der ihn mit Peitschenhieben aufweckte, thätlichvergangen hatte, zu fünfzig Stockprügel verurtheilte, und nachdem derarme Bauer nach Empfang der Hülste so heftige Convnlsionen bekam,daß er fast den Geist aufgab, dekretirte: man solle ihn bis nach derJagd liegen lassen, bis dahin werde er sich soweit erholt haben, umdie andere Hälfte aushalten zu köuneu!

Die Nähe Kaiserslautern's von Frankreich veranlasste Sigmundim Jahre 1784 von dort eine Reise nach Paris zu machen. Er hatteeine so weite Reise anfangs für ein leichtsinniges Unternehmen gehaltenund geglaubt, seine Brüder würden ihn deshalb tadeln. Diese aberredeten ihm selbst zu, besonders sein ältester Bruder Friedrich Karl,der längere Zeit dort gewesen war und die Weltstadt ganz besondersliebte. Da erst entschloß er sich dazu, und benützte seinen Aufenthaltin Paris nicht nur zum tiefen Studium der dortigen politischen Ver-