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2 (1865)
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Beide Brüder trennten sich nun; Christian Ernst bezog die Uni-versität Göttingen, und Sigmund die herzoglich würtembergische Militär-Academie zu Stuttgart. Es war dieß die von Herzog Karl gestifteteberühmte Karlsschule, die damals auch Karls-Universität genanntwurde, auf der Schiller seine Ausbildung erhalten hatte. Dieser ge-hörte ihr damals noch an, obgleich er bereits militärischer Unterarztwar. Zu jener Zeit war es, wo Schiller sein Drama: „die Räuber"herausgab, das ihm die Ungnade des Herzogs zuzog, und ihn veran-laßt Württemberg zu verlassen.

Sigmund widmete sich in Stuttgart mit großem Eifer dein camera-listischen Fache, das er zu seinem Hauptstudium machte, und erhieltam 14. Dezember 1781 einen Preiß in der Geometrie, wofür ihm einans Pergament ausgefertigtes Diplom zugestellt wurde, was wir nochbesitzen. Er blieb dort bis zum Frühjahr 1782, wo er zur Vollendungseiner cameralistischen Studien die erst kürzlich neu errichtete hoheCameral-Schule (auch cameralistische Academie genannt) zu Kaisers-lautern bezog. Dort hörte er hauptsächlich Vorlesungen über Land-und Forstwirthschaft, Finanzwissenschaft und andere staatswirthschaftlicheFächer. Diese Anstalt war damals noch wenig besucht, und währendSigmunds Aufenthalt waren nur meist 20 bis 30 junge Leute dort;sie war keine Universität, da nur allein cameralistische Wissenschaftendort gelehrt wurden, und die meisten Studirenden gehörten auch bereitsdem reiferen Alter an, und waren selbst solche, die schon in's prac-tische Leben eingetreten waren. Das Verhältniß zu den Professorenwar daher ein ganz anderes als auf einer Universität, es standenLehrer und Studirende in einem viel engeren und genaueren Verhältnißzu einander, und dieses hatte einen ganz besonders fördernden Einflußauf Sigmund und brachte ihn selbst in ein engeres freundschaftlichesVerhältniß zu mehreren Professoren, die — als sie später in dieDienste verschiedener Fürsten als Cameralbeamte und Räthe eintraten,mit Sigmund in stetem freundschaftlichen Verkehre blieben. —

Letzterer benützte auch seinen Aufenthalt in Kaiserslautern, umsich noch in der lateinischen, und ganz besonders um sich in der fran-zösischen Sprache weiter auszubilden.