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Goldene Chronik der Wettiner
Entstehung
Seite
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zog ein als Mönch in das Kloster auf dein Petersberge. Nicht beutige Fürsteilpflicht, die sich unerbittlich auslebt im Dienste des Staateskann solches Handeln als ihr Vorbild sehen, aber das rein menschliche betrachten alles Irdischen fühlt sich um so inniger hingezogen zueiner Meltbetrachtung, die es vermochte, das lehnen der nach Erlösung schiilachteildeil Seele über alles weltliche Gebot zu stelleil. Esist der Heiligenschein lauterster Poesie, der dieseil Konrad verklärt und der ihn unserm Kerzen nahe bringt. Das eigentliche Peterskloster,das dem Lauterberge, der „lichten Höhe" der Slaven, aus der sie dein „lichten oder weißeil Gotte" zu opfern pflegteil, deil jetzigeil Rainengab, war bereits voll Konrads ältereiil Brllder, denl Grafeil Dedo voil Mettiil, geplailt geweseil. Da, wo einst das Heidenthum gewaltethatte, — und in den den Petersberg umgebenden Dörfern wohnten noch immer unterworfene Slaven — sollte das Kreuz des siegreicheil,heilspendenden Ehristenthums rageil. Dedo starb aus der Rückkehr voil Jerusalem und Konrad führte nun die Eichung, die ihm derPapst bestätigte, aus und es entstand zunächst die vetiis CiMlIik, die im damaligen Volksmunde die Heidenkirche hieß mld iil einer desApostelsürsten würdigeil ^lrt geballt war. Als Konrad im Dom zu Meißen die Massen niederlegte, überwies er dem Kloster die voll seinemKater Thiemo und seiner Mutter Ida gestiftete Kirche Niemegk nebst alleil Gütern und Rechteil und als er am 50. November W6 obeneinzog iil die neue Kirche auf dem Petersberge, um sich Gott „als lebendige Hostie zu opfern", verbriefte er diese Schenkung. Konradstarb bald, am 5. Februar (157 und fand seine Ruhestätte iil der Mitte des Langschiffes der Kirche. Zu seiner Rechteil ruhte seine GattinLucardis, zur sinken seine Schwester Ktechtildis. Es kann hier nicht die Aufgabe sein, die historische Entwickelung des Klosters, das sichnamentlich unter probst Meinhers Nachfolger Ekkehardis stattlicher ausgestaltete, zu geben. Es hat naturgemäß oft und eingehend dieSchriftsteller beschäftigt und ist noch, als die Klosterkirche nebst ihren Grabstätten im Auftrage König Friedrich Milbelms IV. voll Preußenrestaurirt waren, zu deren feierlicher Einweihung auf Befehl König Johanns voll Sachsen voil Gustav Köhler ausführlich beschrieben worden.

Illustrationen der Ehronik des Albinus (Tafel 5). Das Sächsische Staats

sicgcl von Konrad dein Großen bis Kurfürst Christian I. «Tafel 0), Das sächsische chtaatssiegelvon Thristian II. bis König Albert (Tafel 7). Begräbnißstätten der lvettiner (Tafel 8). Begräb-nisstätten der sächsischen Einsten (Tafel 0> Grabmäler sächsischer Kirsten und Fürstinnen (Tafel (0).

Die Entwickelung der Aliinze von Anbeginn bis zn König Albert (Tafel >>> Heinrich der Er-lauchte als !l tinnesinger (Tafel E- braucht nicht crst gesagt zu werden. daß ein eigentlich illustrative? Material au-jcllell früheil Zeiteil nicht vorhanden ist. Die Illustrationen der Ehronik des Albums gehöreil, wie diese selbst, einer bei weitem spätereilZeit all und sind selbstverstäildlich aus dem Geiste dieser spätereil Zeit herausgestaltet. Aber wie das Mld: „Konrad der Große wirdMönch", so sind auch die vier weitereil Illustrationsproben feiler Ehronik immerhin für unsere heutige Anschauungslust nicht ohne Reize.Iil künstlerischer Hinsicht zeigeil sie eine schölle Vollkommenheit, und nicht ohne Interesse gerade im Hinblick auf Streckungen und Be-weaungen unserer Zeit ist die Mahrnehmung, daß mit einer kühn hinausgestaltenden Phantasie das Mohlgefallen all einer gewissermaßenrealistischeil Lebenstreue Hand iil Hand geht. Namentlich iil Bildern, deren Miedergabe ich mir leider versageil mußte, geht diese Lebens-treue — so iil der Darstellung der Ermordung des Grafeil Dietrich — bis zu der Grenze, ja über diese, des selbst heute Darstellbarenhinaus. Aber wenn uns dieser künstlerische Habitus dieser Bilder jetzt eigentlich nichts angeht, eben weil er mit der dargestellteil früheilEpoche nichts zu thun hat, so geben diese selbst doch immer den Anhalt zu deren greifbarerer Betrachtung. Otto der Reiche, der alsMarkgraf voil Meißen seinem Kater Konrad folgte, während die anderen vier Brüder andere Gebietstheile erhalteil hatten — DietrichEilenbura und die Lausitz, Dedo Rochlitz und die Besitztümer Miprechts voil Groitzsch, Heinrich Mettin und Friedrich Brehna — ist der-jenige der ältesten Mettiner, der auch dem heutigeil Kolksbewußtsein nahe steht. Mir alle kennen Ublands Lied vom reichsteil Fürsteil undaus diesem fällt ein belebender Strahl zurück auch bis zu ihm dem Finder der reicheil Silbererze. Das erste Bild der Tafel 5 zeigt diedeckuilg der reicheil Silbererze in der Umgebung des heutigeil Freiberg, das iil seinem ersteil Merden ebenfalls auf Otto zurückweist. Anseinen Namen knüpft sich auch außer der voll ihm offenbar unternommenen Erweiterung Dresdens seine fortgesetzte Fürsorge sür Leipzig,das unter ihm feste Stadt wird und jährlich zwei Märkte erhält, durch die es den seither in Merseburg blühenden Handel all sich ziehtu,ld die Grundlage seiner späteren Handelsherrlichkeit legt. Und hier schon liegen die Murzeln bürgerlicher Kraft, die offenbar iil jenerthatreicben Zeit schnell aufwuchs, weil sie scholl unter Dietrich, dem jüngern Sohne Otto's, der beabsichtigteil Gründung des Thomasklosterseinen wenn auch schließlich überwundenen, so doch zähen und selbstbewußteil Miderstand entgegen setzeil konnte. Und wie scholl Konraddie Macht seiner Vasallen, Landsassen und Ministerialen anerkannte, indem er sie bei der Theilung seiner Länder befragend zu Rathe zog,so beginnen unter Otto diese placita sich immer mehr auszubilden, so daß sie unter Dietrich dem Bedrängten bereits zu jährlicheilZusammenkünften ausgebildet scheinen. Daß die Freiberger Silbererze auch Neid und Bedrängnisse brachten, obschon sie dem Fürsten dieMittel gaben, die Mohlsabrt seines Landes schnell zu fördern und durch das bald geübte Münzrecht immer mehr zu hebeil, geht aus vielfacheilVerwickelungen und Kämpfen namentlich auch seiner Nachfolger hervor. Obwohl diese Kämpfe zum großeil Theil rein politischer Naturuild dadurch hervorgerufeil wareil, daß Otto auf Zurathen seiner Gemahlin den jüngern Sohn zum eigentlichen Erben einsetzte, so spielt iilibnen die Macbt des Goldes doch als psychologisches Moment mit und wurde iil frühesteil Urtheileil gar als ausschlaggebender Beweg-grund Kaiser Heinrichs VI. die Mark Meißen als erledigtes Lehen für sich zu behalteil angesehen. Für unsere Betrachtung der Dinge, diesich gern all das Bild anschließen und aus dem Bilde ableiteil will, geben die Münzen, Siegel und Grabmäler jener Zeit die einzigsicbere Kunde. Die Entwickelung der Münze, wie sie unter Otto dem Reichen mit den sogenannten Bracteaten oder Hohlmünzen begann,gibt bei aufmerksamen Zusehen ebenso wie diejenige des Staatssiegels von Markgraf Konrad dem Großeil an uns die Anschauung überdie ganze große durchlaufeile Zeit an die Hand. Die Siegel der ersteil Siegeltafel versageil nun freilich zum Theil eine leichte Entziffe-rung. Aber ich hielt es für besser, diese ältesten Zeugen fürstlicher Herrschaftsausübung genau nach den Originalen, wie sie noch heute iildem Köiligl. Hauptstaatsarchiv zu Dresden liegen, abzubilden, statt sie iil beschönigender Zeichnung vorzuführen. Die Fürsteil, welche diese