Eie unter einer Thristlichen Gbrigkeit Beschützung leben, und bekünunern sich so groß nicht, wessen Verteidigung ihre Bor-Eltern genossenhaben, dannenhero erfolget auch, daß die wenigsten von dergleichen Dingen, weder sich untereinander selbst, noch vielweniger auswertigenbeuten Antwort und Nachricht geben können. Dieweil es aber nicht nur getreuen Unterthanen wohl anstehet, von denen jenigen Negentenetwas Missenschast zu haben, deren Gnade und Gutthat Eie und ihre Borsahren genoßen, sondern auch gleichsam eine Ergötzlichkeitbringet, wenn man siehet, aus was beulen und stützen das Negiment eines oder andern Grts, von undenklichen Iahren her, geruhet:Also wolle sich der geneigte Leser nicht verdrießlich fallen lassen, wenn zu solchem Behueff gegenwertiger Titul alhier eingeführet, und vondenen I68p6etiv6 Ehur: und Fürsten, welche nunmehr, Gott Lob! sder helsse in Gnaden noch ferner) die Bestung und Etadt Dresden, vonUtarggras Tonraden dem Großen anzurechnen, Löbl. regieret, etwas erzehlet und hierbeygehendes 8ol:onn: snb XL. zur Einleitung eom-nmnioiit wird." seitdem sind nun freilich Jahrhunderte dahingezogen und reicher geschichtlicher Unterricht ist in die schulen gekommen.Aber wenn heute der alte Meck wiederkäme würde er vermuthlich ähnlich schreiben können, weil wir Deutsche vermuthlich niemals zuinnigster Beschäftigung mit unserer großen Vergangenheit zu überreden sind. Dazu gehöreu eine Baterlandssreude und ein Baterlands-stolz, deren wir unfähig zu sein scheinen, ob auch gerade die Gegenwart anders verheiße. In jedem Falle aber ist durch die neue Neichs-herrlichkeit das geschichtliche Wanderleben der einzelnen Stämme und Landschaften in den Hintergrund getreten. Das mußte so kommen,aber an den Erziehern des Bolkes wird es sein, die köstlichen schätze nicht dauernd verscharrt zu lassen, weil gerade die in politischerHinsicht vielfach verhängnißvoll gewesene Fülle deutscher Wanderleben es war, die den Germanen dazu schuf, der weltumspannende Trägerdes Menschheitsgedankens zu sein, denn seine wunderbare Geschichte versagte ihm keine Vorstellung, keine Erfahrung: nicht die niedrigste,nicht die höchste und sie trieb ihn und jagte ihn in den nimmerrastenden Meltkamps, von dein nur er künden kann, weil er allein ihnlebt. Aber um vieles edler, schöner und zuversichtlicher könnte dieser Kampf noch immer werden und gerade auch da werden, wo er sichaus dem Unpersönlichen ins persönliche verliert und zum Kampfe um das eigene innere oder gar äußere Dasein wird: wenn eben unsereGeschichte allerwegen lebendig bei uns stände. Dem: die Geschichte ist das Meltgericht und wo der Glaube nichts über die Gemüthervermag, so tritt sie als geklärte Erfahrung zu uns Hera:: und zwingt uns die irdische Vergeltung von Gut und Böse zu begreisen. Undum so eindringlicher wird ihre Lehre, wenn sie uns dieselbe von unserer eigenen heimathlichen Flur entgegen trägt. Denn hier wird sie unsleichter als sonstwo zur Gefährtin, zur vertrauten. Nur als solche wird sie uns zum Heil und während wir sonst vielleicht unwillig dieGefolgschaft versagen würden, steigen wir ihr nun leicht und sicher nach: hinaus zur Höhe. Eo möchte man wohl wünschen, daß MeckischeKlagen nicht mehr bei uns heimisch werden könnten und die Freude an unserer Vergangenheit eine allgemeine sei. Aber freilich, wo wirtagtäglich an den Mundern des Tages gleichgiltig vorüber schlendern, wo Dampf und Licht in ihren gewaltigsten (Offenbarungen uns kaumnoch berühren, muß man schon menschlich begreisen, daß und weshalb ein Bolk so oft seine erhabene Geschichte veraißt. Ich selbst beaanndieses Merk mit unendlich mehr künstlerischem als geschichtlichein Empfinden, bis dieses allerdings sich um so eindrinalicher aeltend machte,so daß mein Müben zweifachen Lohn fand. Und weil das Bild heute, in flüchtigster Zeit, schneller und sicherer zu wirken scheint, alsdas umständlichere Mort, gewann die Absicht, mehr durch das Bild zu wirken als durch das Mort, immer breiterei: Nauin und ichgebe das letztere nur iusoweit als es mir unerläßlich scheint. Die beide:: erste:: Bilder: Mettin und Petersberg danke ich ebenso wie dasKönigsbild, das ich in: Hinblick aus das Nebeneiuander des Königspaars wählte, der Bereitwilligkeit der Photographen U tüller undpilgran: in Leipzig und ich sage den Herren an dieser Etelle meinen Dank. Da ich diesen: U)erke alle bloße Erfindung und alles phan-tastische fernhalten wollte und nur da gab, wo ich es für Kunst oder Auffassung der jeweilige:: Zeit charakteristisch hielt, habe ich michmit der Miedergabe des heutigen Mettin oder vielmehr des Grundes und Bodens begnügt, aus welchen: einstmals die Aura der Mettinerausragte. Daß dieselbe sich eigentlich nie mit den: Echicksal des nach ihr benannten Geschlechts verband — man denke an die Martburg! —geht schon aus der durch Erbtheilung bedingten Theilnahinlosigkeit der Markgrafen von Meißen hervor. Ein Anderes war es mit den: vonKonrad den: Großen gestifteten Kloster aus den: Petersberge, dessen Echicksal die sächsischen Fürsten weniger gleichgiltig ließ und noch KöniaJohann lebhast ansprach. Aber wie natürlich ist es auch, das Erinnern des Geschlechts mit den: ersten großen Ahnherrn verknüpfen zu können.Und der war Konrad und von ihn: aus schreitet dieses Erinnern sieb er und groß durch die Jahrhunderte. Die erste aeschichtliche Erwäh-nung des Geschlechts gab Thietmar von Merseburg in seiner Ehronik. Die Handschrist ist erhalten und liegt noch heute in Dresden.Unsere beiden Eeiten sind das getreue Abbild der in: Jahre Mch nach Dictat geschriebenen Morte. Da wird von einen: Grasen Dädierzählt, der von Mirinhari, den: Neffen Bischof Thietmars, erschlagen wurde. Dädi, sammt seinen: Lehnsmanne Egilhard leistete, „obwohlseine Knappen, deren mehr als vierzig waren, sehr bald davon flohen, den tapfersten Miderstand." Und der Bischof fährt fort: „solltestaber du, mein Leser, wissen wollen, woher jener Gras Dädi stammte, so wisse, daß er aus den: Hause Buzici stammte, und daß sein BaterThiedrich hieß." Das „Ü6 triln: lpuw Iln/iei üieitni" hat die mannigfachsten Deutungen und Erklärungen veranlaßt. Manche halten denNamen mit der villn lüi^xi spausitz bei Leipzig) identisch. Mattenbach ineint: Es ist augenscheinlich, daß der Ausdruck des Textes dadurchuicht erklärt wird. Mir begnügen uns mit der Thatsache, daß das Geschlecht, welches sich später nach seiner Besitzung Mettin nannte,hier erstmalig in der Geschichte erwähnt wird und seinen eigentlichen Ursprung, nach seinen: Besitz und Necht zu urtheilen, in: sogenanntenEchwabengau, zwischen Mipper, Eine und Harz hatte. Mie weit es über Dädi hinaus zurück reicht, wissen wir nun freilich nicht, aberdas ist gewiß, daß es in diesen: Dädi einen eben so kühnen wie klugen und rücksichtslosen Ahnherrn in die Geschichte stellte. Eo darfdas allererste geschichtliche Erinnern an einen: nimmermüden Kämpfer hasten bleiben. Bon da an bis zur Sicherung größeren und statt-lich bereits unabhängigen Besitzes und damit größerer, dauernder Macht durch Konrad schien der Meg noch weit, aber er ward zäb undschnell zurück gelegt. Aus diesen: Konrad, der bald der Große, bald der Fromme heißt, und in jede::: Falle eine eigenste Herrschernaturwar, ruht das erbliche Fürstenthun: der Mettiner. Er, der sein Markgrasenthum aus völlig unterworfenen: slavischen: Boden staatlichausgestalten und durch Zuzug rein deutscher Elemente bereits in die Bahnen der später erreichten Tulturentwickelung leiten konnte, trittuns Heutigen gerade dar::::: so nahe, weil er als Kämpfer und Büßer vor uns steht. Zu der Härte des Helden gesellt sich die Meichheitdes Menschen; denn Konrad verzichtete in seinen: sechzigsten Lebensjahre aus allen irdischen Besitz, theilte diesen unter seine Eöbne und
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