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Christs Promemoria.
Pro Memoria.
Gleich bei Ankunft der Unmenschen und des Abschaums ausFra nkreich nach ihrem Uebergang über den Rhein käme den 23. desvorigen Monaths, Nachts um 11 Uhr eine Räuberhorde von beiläufig300 reitenden Chasseurs in unsere Stadt gesprengt, plünderten ver-schiedene Häusser, und bedroheten das ganze Ort mit der gröstenGefahr, so dass die hiesige Burgerschaft durch Aufruf mit den Sturm-glokken zur Gegenwehre musste ermuntert werden. So glüklich nununter Gottes Beistand der Endzwek bewürkt, und grösseres Ungemachund Verlust dadurch abgewendet worden, so betraf doch dabei das Un-glük einen redlichen, braven und beherzten Bürger von 37 Jahren,Namens Jakob Kunz, ein Bekker, der bei allen Vorfällen, bei Feuersund anderen Gefahren jederzeit vorzügliche Menschenliebe bezeugetund die erspriesslichsten Dienste stets geleistet, dass er von einemChasseur durch den Leib geschossen wurde, und an seiner empfangenenWunde ganzer 3 Wochen lang leiden und endlich seinen Geist auf-geben musste. Er hinterlässt eine Witwe mit 4 unerzogenen Kindernund leider viele Schulden, die er nicht muthwillens gemacht, sonderntheils erobert, theils durch das Ungemach der Zeit und Umstände hineingezogen wurde.
Wie nun der evangel. luther. Kirchen convent dahier auf Mittelbedacht ist, die 4 Vaterlose Waisen christlich erziehen zu lassen, undbillig ist, dass die hiesige Burgerschaft für die Hinterlassene ihres red-lichen Mitbürgers, der sich für das Wohl und die Erhaltung des Eigen-thums der ganzen Stadt aufgeopfert hat, das ihrige beytrage, aber dietraurige Kriegszeiten, die mehrere Obstmissiahre und mancherley Un-gemach vielfältig die Hände bindet; So werden andurch von der un-glüklichen Witwe des erschossenen Burger Kunzen, begleitet von einemzugegebenen Beistand und Anverwandten und redlichen Burger dahier,Namens Adam Weigand, einige liebreich gesinnte Menschenfreunde inFrankfurt und bekannte Wohlthäter der leidenden Menschheit gebäten,eine Liebesgabe beizutragen, damit die Kinder ehrlich und wohl erzogenwerden können; zu dessen Behuf der evangl. luth. Kirchen conventdahier ein kleines Kapital anzulegen sucht, um diesen Endzwek unterGottes Segen erreichen zu können, deswegen man auch wünschet, dassdie Liebesgaben auf beigeheftetes Blat geneigtest verzeichnet würden.