Kurfürst Emmerich Joseph befiehlt Frieden, 1768.
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Inzwischen war der Hubertsburger Friede geschlossen. Friedrichsdes Grossen Stern strahlte hell am deutschen Himmel; Joseph II übteeine grossartige Toleranz. In ihrem Geiste beschloss der gutmütigeund wohlwollende Kurfürst Emmerich Joseph (Breidbach-Bürresheim1763—74) „gnädigst: gedachten katholischen Kirchenbau, angesehenselbiger noch nicht vollkommen aufgeführet noch eingerichtet ist, zumTheil wiederum zu demoliren und zu einem anderen Gebrauch ver-wenden zu lassen."
Im Jahre 1768 wurden die übrigen wesentlichen Beschwerden in14 Punkten abgestellt.
Der sichtbare Zankapfel, die katholische „Streitkirche," blieb un-vollendet. Sie wurde eine Zehntscheune, dann ein Wirtshaus. Heutezeigt sie sich als stattliche und nützliche Apotheke.
Seitdem herrschte konfessioneller Friede in Kronberg. Die katho-lische Gemeinde blieb auf dem Schlosse, zunächst in der Kapelle. Alsdiese zerfiel, brachte sie sich (1872—86) in einem Notgebäude unter,bis sie ihre jetzige zierliche und stattliche Kirche im Pfaffenstücke ein-weihen konnte.
Die evangelische Gemeinde hatte aus den Stürmen ein Vermögenvon etwa 100,000 Mark und 50 Morgen Land gerettet. Auch sie hatjüngst, auf Anregung und unter künstlerischer Leitung I. M. der KaiserinKönigin Friedrich in ihrem alten Gotteshause wieder ein würdigesInneres hergestellt und dabei zu retten versucht, was durch die Ver-wüstungen der evangelischen Bilderstürmer im 16., der Soldateska im17. und am schlimmsten durch die stumpfsinnige Geschmacklosigkeitder Aufklärungsperiode in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nichtunrettbar zerstört, verschleudert und entwendet worden war.