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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Politischer Streit.

Stürme im Gläschen Wasser. Aber die Anlehnung des Städtchens anDarmstadt, aus dem Vertrage von 1541, und an das Corpus Evangeli-corum zu Regensburg, gestützt auf den protestantischen Besitzstand imNormaljahre 1624 und auf den Westphälischen Frieden: diese all-gemeinen Umstände erweckten aus Kronberg einen völlig unverhältniss-mässigen Lärm durch das ganze heilige Reich. Der Krieg entstand ausForderung von Diensten zur Besserung der Wege, die den VerkehrKronbergs nach Frankfurt vermittelten; dann: Eintritt in die Landmiliz,Steuern und ähnliche selbstverständliche Auflagen. Der Magistrat weigertesich dessen, weil der ritterschaftliche Ort Kronberg seineCollectaszur Rittertruhe in Friedberg" erlege,da doch Cronberg ein ganzseparates, mit dem Mainzischen gar nichts zu schaffen habendes Landsei." Als sachgemässe Antwort auf diese, 32 Folioseiten füllende Supplikschickte die mainzer Regierung militärische Strafeinquartierung mitVerpflegung in das Land Kronberg. Darüber beklagten sich nun diereichsfreien" Bürger erst recht. Die Soldaten sögen siemit schänd-lichem Fressen und Saufen" bis auf's Mark aus; diejenigen unter jenenwelche mehr martialischen Gemüths gewesen, hätten die Weiber mitden Seitengewehren zu Paaren getrieben." Der Kommandant schützesie nicht, u. s. w.

Im nächsten Jahrzehnt beklagte sich dasseparate Land:" dassStadtmauern, Thore, Türme und Pflaster, so früher aus dem gemeinenBau (gemeinsamen Baukasse) hergestellt worden, jetzt zerfielen, ja zumTeil abgebrochen würden; dass die, in den alten stattlichen Stadt-mauern neu aufgeführten Stücke mehr einer Gartenmauer ähnlich sähen.Das war thatsächlich einigermassen richtig, denn im Jahre 1714 wurdendie allzu engen Wälle Kronbergs vernünftiger Weise geschleift und diePlätze zu Gemüsegärten an die Bürger ausgegeben. - Endlich seiendie, seit 1711 mehr als 50,000 Gulden betragenden Einkünfte aus denKronbergischen Landesdomainen" nach Mainz abgeführt.

Diese angeblichen Missstände wurden allerdings nicht gehoben.Auch würden sich die Kronberger wahrscheinlich an den Verlust ihrervermeintlichen politischen Ausnahmestellung gewöhnt haben, wenn nichtdie konfessionellen Fragen ihren Eifer stets von neuem angefacht hätten.Auf diesem Felde waren sie zweifellos weit mehr in ihrem Rechte,und ihre, durch allerlei kleines Matyrium nicht beugsame Hartnäckig-