Kampf der Wittwe gegen die Lehns- und Allodialerben.
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Gerardi das Schlossthor zugemacht gefunden, dasselbe aufgemacht zuhaben begehrt, so aufgemacht worden; alss Er nun inwendig die ar-mirten sechs Burger befunden und solche befragt, was sie da mächtenund wer sie so keck mächte, in Ihrer gnädigen Frauen Residenz mitGewehr zu gehen, haben sie geantwortet: „sie hätte es müsse thun,Ihre Herrschaft hatte es Ihne also befohle." Herr Doctor Gerardiantwortete Ihnen: „Sie wüsten ja noch nit, wer Ihre Herrschaft wäre, —sie solten sich von daher hinweg machen, wan sie nit wolten denNahmen rebellischer Burger und Unterthanen haben." Sie sind aber. . . in ihren Poste geblieben. Herr Doctor Gerardi ginge weiterhinauff in den Schlosshof, da den beede obbemelte Keller auss derKüche (des Flügelhauses) die Steige herabkommen; alss Er Sie nun be-fragte, was Sie alhier vor und in der gnädigen Frauen Residenz zu thunhätten? haben sie geantwortet: „Sie sein von Ihren Herrn (dem FreiherrJohan Nicoiaus) befehlt, das Schloss zu occupiren." Gerardi erklärtdarauf: die Wittwe habe Ansprüche wegen Fehnsmelioramente zu ersetzen,wofür das Schloss haffte. Die beiden Keller: „das Schloss gehöre ihremHerrn." Darauf drohete Gerardi mit einem posthumus, „wann es auchnur ein Fräulein wäre." — Später behauptet die Wittwe: sie habe einensolchen erwartet. Sie sei aus Böhmen zugereist weil ihr gesagt worden:„das Kind müsse in Deutschland geboren werden." Auf der Reise seiihre Hoffnung zerstört worden. — Nun folgen Protestationen und Re-protestationen in der damaligen feingebildeten, auf das zierlichste ausge-putzten endlos wiederholenden Juristensprache. „Ist Gerardi ins Schlosshineingegangen, hat in der sogenannten grünen Stube den kranken Thor-hütter auf der Erde liegend gefunden, welcher sich beklagte, dass Ihneauch auss dem Schloss gebotten seyn; denselben getrost und demnachwieder herauss gegangen." .... Nach fernerem Wortgefecht ist erabgezogen mit der Erklärung: „Dieser Schändung der herrschaftlichenResidenz müsse anderster geholfen werden." Im Fortgehen hat derKeller Staubig dem Notar „weillen mich bei diesem actu protestationisgebrauchen lassen, zu prügeln comminiret." Notarius aber verwies aufseine Amtspflicht. Die Gräfin Cronberg hatte vielerlei Mobiliar nachCronberg eingebracht gehabt: Kostbarkeiten, reichen Hausrath, Edel-steine, Silberzeug. Sie scheint dort zeitweise residirt zu haben. Sieverlangte die Herausgabe; nicht minder hatten die Testamentserbin Frei-