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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Güterverschleuderung seit 1660. Krafts lebenslänglicherKampf um Hohengeroldseck. 595

später: er habe 120,000 Gulden für den Vater bezahlen müssen. ImJahre 1660, am 23. Juni tauscht er die kurmainzischen Güter in Münster,Liederbach, Stierstadt, Oberhöchstadt und Schönberg gegen das kron-bergische Städtlein Wörth im Oberstifte Mainz ein. Schönberg hattedamals 5 mainzer Untertanen, Oberhöchstadt deren 21 und 1 Wittfrau.

Im nächsten Jahre 1661 verkauft er den Kronberger Hof zu Mainz,in der Gymnasiumsstrasse (hinter dem Theater) gegenüber dem Prediger-kloster gelegen, jetzt Gymnasium, um 5000 Thaler an das Erzstift.

Durch diese fast 40 jährige prozessualistische Thätigkeit war Krafttief in eigene Schulden geraten. Seine Vermögensverhältnisse erscheinenäusserst verworren. Die Güter zu Höchst, Aschaffenburg, Oppenheim,Ladenburg waren nach und nach verkauft. Andrerseits schuldete ihmdas Stift Mainz angeblich 32,000 Gulden.

Mit dem Landgrafen von Hessen liefen Jahre hindurch (1673—80)Verklagungen bei Kaiser und Reichsgericht über die Anwendung desJus Reformandi auf Kronberg. Es wird in dem Schriftenwechsel un-endliche Theologie und Jurisprudenz in Gestalt von Tinte vergossen.Kraft lebte bald in Böhmen, bald in Kronberg, nachdem er seit 1680seinem Vetter Johann Nikolaus, dessen Anteil an der Nutzung vonBurg und Stadt gegen eine Rente abgepachtet hatte. Die Wohngebäudedes Stammsitzes zerfielen Tag für Tag mehr; alle Reparaturen warenunterlassen wegen der anhaltenden Streitigkeiten unter den Vettern.Wer irgend konnte, hatte auswärts gewohnt, für sich allein. Communioest mater rixarum.

Der hauptsächlichste, sogar lebenslängliche, gerichtliche KampfKrafts drehete sich um die Herrschaft Hohengeroldseck.

Am 26. Januar 1634 war der letzte Graf Jakob von Geroldseckgestorben, der Fall der kaiserlichen Lehnsexpektanz auf diese kleineReichsgrafschaft also eingetreten. Einstweilen erhielt sich seine Tochter,die verwittwete Gräfin Anna Maria zu Solms, ungestört im Besitze„bis das ihr gebührende Eigenthum davon wäre abgesonderet worden."Der kaiserliche Lehnsherr trat dem nicht entgegen; sofortige Besitz-nahme der Herrschaft war also für Adam Philipp und seinen minder-jährigen Sohn nicht wohl ausführbar.

Als aber im Sommer 1635 die Kaiserlichen unter Gallas bis überden Rhein vordrangen, ersahen des neuen Grafen von Cronberg und