558 Exekution gegen die aufrührerischen Bauern um Rosenheim.
es zum Hand-Gemeng kam. Allein sie verliessen sich auch gar sehrauf die Passauer-Zettel, und auf die Fest-macher-Kunst (so dem GeneralTilly in der Leipziger Schlacht das Leben erhalten), worüber vieltausend zum Teufel gefahren. Sie lebten auch, wo sie triumphirendhinkamen, auf „Discretion," das heiszt: ärger als die Türcken undHeyden, die weder vor Gott, noch Menschen, weder vor Recht nochErbarkeit einigen Respect trugen, sondern bestialisch, mit Jungen undAlten, sonderlich Weibs - Bildern, hanthierten. Wovon die gute StadtMagdeburg eine erbärmliche Probe aushalten müssen."
Die Bauern rotteten sich zusammen, es entstand ein sehr ernster Auf-ruhr, der sich von Ort zu Ort fortpflanzte. In Rosenheim selbst waren -wie Adam Philipp am 16. Januar 1634 dem Kurfürsten aus Holzkirchenmeldet — zwei Kompagnien kronbergische Kürassiere, unter den Ritt-meistern du Quesnoy und Kolb, „von den Bauern ruinirt und uflfge-schlagen, . . etliche Reiter samt Weib und Kind erschlagen und darbeieine Corneta genommen." Der Kurfürst „möge nicht zulassen, dassdieses alte Regiment, wegen Ihrer in vilen vornehmen occasionenerwiesen nutzbaren Kriegsdienst, also schändlich zu grundt gericht undruinirt werde." Er hat sich an Aldringen gewendet, „von ihm jedochkeinen andern bescheidt gekricht, sei zur gedult gewiesen; die resolutionsei ziemlich dubios auch periculum in mora."
Es wurde nun ein mit spanischer Infanterie gemischtes Korps von3400 Mann unter dem General-Zeugmeister Otto Heinrich Fugger zu-sammengezogen um die Aufrührer zu Paaren zu treiben. Dieser er-krankte; so musste Adam Philipp, höchst ungern, die Exekution gegendie Bauern vollziehen. Er berichtet darüber an den Kurfürsten ausEdingen (?) 20. Januar 1634:
Kronberg traf bei Markt Ebersperg auf 3000 rebellische Bauern inarmis . . „und ob ich gleichwohl verhofFt: sie sollen sich uf der HerrenJesuiten alda gethane wolmeinende erinnerung zur güets bequemen,so seindt sie aber ein weg als den andern in Ihrer halsstarrigen unionverblieben und uf die meinige zum öfter feyer geben, bis entliche dieReiter in das Dorff hinter Inen herkhamen und sie in Unordnung ge-bracht; da dennoch keiner gewesen der umb gnad gebetten, sondernder Mehrertheil, wie sie sich schon übermant gesehen, alss unsinnigeMenschen den meinigen noch schaden begeren zuzufügen. Letzliche,