ii; i
tV !Ii!«
II
510
Ehren und Titel. Die Cronberger Kürissirer seit 1621.
Wo der Erzbischof seinen Erben und Stammhalter erziehen liess,wissen wir nicht; zweifellos jedoch war er der Gesellschaft Jesu anvertraut.
Unterm 6. Februar 1619 bezeugt das Fremdenbuch des Deutsch-ordenshauses in Rom die Anwesenheit des vornehmen jungen Lands-mannes.
Am 16. Juli 1619 begleitete er den kurfürstlichen Oheim zur WahlFerdinands II nach Frankfurt, als „Kaiser Ferdinands und ErzherzogAlbrechts Kämmerer, Ritter."
Im Jahre 1621, nach Aechtung des Winterkönigs, sandte der Kur-fürst seinen Neffen zur Statthalterin der Niederlande, um von dortspanische Hülfsvölker zur Unterwerfung und Züchtigung der rebellischenPfalz herbeizurufen.
Am 29. Februar 1624 erhielt Adam Philipp, aus Wien, das ehren-reiche Prädikat: „Wohlgeboren," das strenggenommen nur den Reichs-grafen zukam. Die Leiter der kaiserlich verliehenen Titulaturen hatte,seit 1590, Folgende Stufen: Edler, Wohledler, Hochwohledler, Hoch-edler, Wohledelgeborener, Hochwohledelgeborener, Hochedelgeborener,Wohlgeborener, Hochwohlgeborener.
Wann Adam Philipp seinen Lebensberuf: das Soldatenhandwerkergriffen, war nicht genau zu ermitteln. Jedoch führte er bereits imFrühjahre 1621 als Rittmeister zwei nicht zu einem Regimente einge-teilte, daher vermutlich von ihm frisch geworbene Kompagnien bayer-ischer Kürissirer (179 Mann stark). Mit diesen focht er am 20. Juni1622 bei Höchst-Sossenheim gegen Christian von Braunschweig. ImJahre 1623 war er mit seinen zwei Kompagnien beim Regimente desObristen Grafen Jakob Ludwig Fürstenberg eingeteilt; er nahm Teilan der Treibjagd Tillys hinter Herzog Christian durch Norddeutsch-land nach Holland. Am 6. August 1623 bei Stadtlohn, im BistumMünster, zeichnete sich das Regiment besonders aus. Am 20. Juni 1624verzichtete Fürstenberg, als ernannter „Generalwachtmeister für die In-fanterie auf das inngehabte Reiterregiment" und wir finden Adam Philipp,in seiner springenden Prinzenlaufbahn, als Obrist an der Spitze der fürsten-bergschen 10 Kompagnien, 1000 Mann stark, die fortan als „CronbergerKürissirer" diesen Namen während zehn Jahren berühmt machten.
Die Reiterei zerfiel zu Anfang des grossen Krieges in mehrere„Waffen": 1. Lanzierer, 2. Kürissirer. Beide trugen eisernen Helm,
III
ii Ii