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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Christian von Braunschweig erobert Höchst. Burgstadl zu Eschborn niedergebrannt. 487

Friedrich von Baden-Durlach allein noch für Friedrich V das Feldgegen die Liga und die spanische Hülfsmacht unter Spinola. Diesehatte Schweikard, durch Sendung seines Neffen Adam Philipp zurInfantin Isabella, aus den Niederlanden herbeigerufen. In der unglück-lichen Pfalz wütete das Rachewerk fürchterlich. Mansfeld hielt dortden Widerstand gegen Tilly aufrecht. Herzog Christian rückte, ihm zurHülfe, von der Weser in die Wetterau ein. Oberursel kapitulirte am15. Juni 1622; jedoch die „Soldateska" die vom Raube lebte, hat auch„in dieser mainzer katholischen Stadt mit Plündern und Verwüsten nachihres Gefallens gehauset." Dem Herzoge voraus erschien in der Nachtvom 15/16 Juni, sein Oberst Dodo Knyphausen „mit 1200 Mann, 1 CornetReiter und 1 Geschütz" vor Höchst um dort eine Brücke über denMain zu schlagen. Die mainzische Garnison rettete sich nach tapfererGegenwehr am 16. Juni über den Fluss, nachdem Christian 6000 Mann,2000 Pferde und noch 2 Geschütze aus Oberursel herbeigezogen hatte.Höchst war gut verproviantirt: 150 Fuder Wein, namentlich aus denverschiedenen geistlichen und den gutsherrlichen Kellern (der Kronbergund Metternich); 700 Malter Mehl; 20 Centner Blei, Lunten, Musketen,Doppelhaken, item 3 Stücklein auf Rädern und viel Vieh. Der Herzogwohnte im Antoniter-Ordenshause. Seine Soldateska hieb im Städtchenalles nieder was ihr von wehrlosen Einwohnern in den Weg kam. Indiesen Tagen wurden die benachbarten Dörfer Schwalbach, Münster,Eschborn, Sossenheim „durchstreift und wie von Türken und Tartarenunerhörte Tyrannei mit Brennen Rauben und Todtschlagen geübt."Am 16. Juni sank auch das uralte Burghaus zu Eschborn in Asche zu-sammen. Der braunschweigische Brandmeister brannte den „kron-bergschen" Flecken ab „und ist nicht zu glauben der grosse Jammerund Elend, so die armen Leute ausstehen müssen."

Am 20. Juni wurde der Bau der Brücke beendet. Da Frankfurtdie Lieferung von Holz verweigert hatte, so war das Werk schmal undohne Geländer ausgefallen. Der Uebergang des Trosses und Gepäckesbegann. Zu dessen Deckung stand Christians Heer im Dreiecke vonMain und Nidda, die Stadt Höchst im Rücken, Sossenheim vor derFront. Aber schon erschienen Tilly und Cordova, Spinolas Nachfolger,vom zitternden Erzbischofe Schweikard zur Hülfe herangerufen, am17. Juni auf dem rechten Mainufer zwischen Hanau und Frankfurt.

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