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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Jülichsche Erbfolge, 1609. Huldigung in Kronberg, 1611. 477

lische und protestantische Nachfolge. Der Kurerzkanzler war der ver-fassungsmässige prozessleitende Mittelpunkt für die Verhandlungen undForderungen. Schweikard suchte nach allen Seiten hin zu beschwich-tigen. Vor allem war er patriotisch bestrebt: das Hereingreifen desKönigs Heinrich IV von Frankreich in den deutschen Zwist abzuwehren.Die Unirten warben zuerst Truppen und lagerten sich in die Bistümeran der Pfaffengasse. Namentlich das mainzer Land wurde durch diePfälzer arg bedrückt.

Die Union und die ihr zugewandten Stände hiessendie Corre-spondirenden," weil sie in fleissigem Briefwechsel unter einanderstanden; so auch mit Frankfurt, das noch nicht beigetreten war. Nunbegehrte 1610 der Kurfürst von Mainz ebenfalls einen freundschaftlichenBriefwechsel mit der Nachbarin:sie wollten einander in diesensorglichen Zeiten vor Gefahr warnen, auch im Nothfalle zur Hülfebereit sein." Jedoch die freie Stadt wich der feinen Schlinge fürsichtigaus. Man nahm den Vorschlag zwar an, korrespondirte aber so lauund lässig, dass der Austausch bald wieder einschlief, zumal Schweikard1610, durch seine Pflichten als Kurerzkanzler über ein halbes Jahr inPrag beim Kaiser Rudolf II gefesselt wurde, um dessen Streitigkeitenmit seinem Bruder Mathias zu schlichten. Zugleich arbeitete der Mainzerdort gegen des letzteren Nachfolge und für dessen Vetter Leopoldvon Oesterreich als Kaiser-Kandidaten; Mathias war ihm verdächtig,wegen seiner Verbindungen mit den, damals protestantischen, öster-reichischen Ständen.

Vom Könige Philipp III von Spanien erhielt der Kurfürst dafürein besonderes Dank- und Belobigungsschreiben.

Die Stadt Kronberg sträubte sich, dem Erzbischof Johann Schwei-kard zu huldigen. Johann Eberhard I (108 F), Ulrich IV (109 F),Hartmud XV (114 K) und Hermann I (131 K) befürworteten als Gan-erben die Weigerung: es sei dem Teutschmeister Walter auch nichtgehuldigt worden. Schweikard aber bestand auf seiner wohlbedachtenAbsicht. Am 6. Juni 1611 einigte er sich zu Kronberg mit den HerrenVetternals Einer von Cronberg." Dann zog man feierlich vom Schlossehinab zum Rath- oder Tanzhause; voran der Kurfürst, hinter ihm derBurggraf von Friedberg mit den anderen Ganerben. Den Schlussmachte der Knabe Adam Philipps (130 K), Hans Georgs II (120 K)