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Johann Schweikards geistliche Laufbahn.
des Bekenners Hartmut Enke!, war einer der mächtigsten Hebel desjesuitisch österreichischen „geistlichen" Betriebes für die Gegenrefor-mation in Deutschland und ihre notwendige Folge: des DreissigjährigenKrieges. Gegen seine eigene Lebensnotdurft war so ziemlich vorge-sehen; 1576: Probst zu St. Peter extra muros in Mainz; 1582: Dom-kapitular und Dechant; 1584: Generalvikar des Erzbischofs Wolfgang(Dalberg, 1582- 1601); 1588: Probst von St. Alban; 1595: Probst desStiftes Mariae ad Gradus und Dekan von St. Martin; 1599: Kämmererdes weltlichen Gerichtes zu Mainz. Nebenher war er „Personatist,"das heisst: Pastor (ohne Funktion und Amt) der, mit 7V 3 Hufen (etwa220 Morgen) Land ausgestatteten kronbergschen Pfarren in Eschbornund Steinbach. Diese verlieh er alsdann einem, möglichst gering (mitPfarrhaus und 45 Morgen) dotirten ständigen evangelischen Kaplane.
Im Jahre 1603 erschien der Domdechant und Generalvikar Kron-berg auf dem Reichstage zu Regensburg als Gesandter des 1601 ge-wählten aber bereits schwer kranken Erzbischofs Johann Adam vonBicken. Dieser, ein schroffer Zögling des Collegium germanicum,starb mit 39 Jahren. So eröffnete sich dem Domdechanten eine völligunerwartete Aussicht. Er wurde am 17. Februar 1609 gewählt, haupt-sächlich wegen seines versöhnlichen Karakters; indessen „ohne sonder-bares Frohlocken und Freude des Volkes," da die freigesinnten Mainzerin dem Kronberge ebenfalls den Römling fürchteten. Der Domsänger Jakobvon Eitz verkündete die Wahl alsbald, in lateinischer und deutscherSprache, der Geistlichkeit und Laienschaft. Schweikard bestieg denerzbischöflichen Stuhl als ein reifer Mann von 51 Jahren. Bis dahinnur Diakon mit niederen Weihen, war er erst nach der Wahl Priestergeworden; im November 1604 erhielt er die Bischofsweihe. Dieseseltsame Anomalie der Erhebung eines Nichtpriesters zur höchstendeutschen geistlichen Würde steht in der Erzdiözese Mainz nicht ver-einzelt da. Dieter von Isenburg, Erzbischof seit 1459, war sogar bis1478 Diakon. Schweikards Vorgänger hatte in den neu erworbenenGrafschaften Rieneck und Königstein die Gegenreformation mit grössterHärte durchgeführt. Dieses gottgefällige aber schwierige Werk zu vollendenwar der äusserlich glatte und milde, sogar joviale, persönlich sittenreine,friedfertig und vermittelnd auftretende, unter diesen gewinnenden Formenaber schlaue und geschäftsgewandte Jesuitenzögling ein vortreffliches