AS stürmische 17.» Jahrhundert war fürden Kronenstamm reich an eingreifendenSchicksalen. Es zeitigte in ihm abermalseinen bedeutenden Mann, der sogar lei-tend in den Gang der deutschen Ge-schichte eingriff: den Erzbischof JohannSchweikard von Mainz; daneben einenzweiten, der sich als tapferer Reiterführerim grossen deutschen Kriege einen klingen-den Namen erwarb: den Grafen Adam Philipp Kronberg.
Johann Schweikard I (119 K) war geboren am 15. Juli 1553, alsdritter Sohn Hartmuts XIII (103 K) und der Barbara Sickingen. Schonals Kind wurde er der katholischen Kirche zur priesterlichen Erziehungüberwiesen. Elfjährig, im Jahre 1564, probirte der Knabe seinenStammbaum für eine Präbende als Domicellar in Mainz, die ihm Erz-bischof Daniel (1555—82), Bruder seiner Stiefmutter Margarethe Brendelvon Homburg zuwandte; im Jahre 1566 wurde er weiter mit einerStiftspfründe zu St. Alban versorgt.
Der Jesuitenorden erstand um 1540 als Kämpfer wider die Refor-mation; seit 1561 hatte er sich zu Mainz eingenistet; im Jahre 1577erwarb er dort Kirche und Kloster der Minoriten. Die frommen Väterwidmeten sich vor allem der Erziehung der jungen Geistlichen mittelsihren Schulen; deren Spitze war das Collegium Germanicum in Rom.Hier wurde während einiger Jahre der, offenbar höchst anpassungs-fähige Jüngling zu einem der gewandtesten und wirkungsvollsten Schülerausgebildet, die der Orden als seine Werkzeuge auf die Bühne derdeutschen Staatengeschichte gestellt hat. Schweikard von Kronberg,
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