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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Staatsleben auf Burg Friedberg.

II. Naturalien:

20 Ellen holländisch Tuch zu Sommerröcken; Nutzung von24 Morgen Wiesen, verschiedenen Gärten und Gräben der Burg;100 Achtel Hafer so für 5 Pferde zu halten; die Leibshühner über derHöhe (von Leibeignen hinter dem Taunus); das Lischwasser an derNidda zu Karben; die Judennutzungen in der Stadt.

Eine der wichtigsten Angelegenheiten dieses altdeutschen Staaten-gebildes war dasHeuverdienen" von den 239 Morgen Markwiesen; werAnteil an der jährlichen Teilung begehrte, musste während der Winter-monategerüstete Pferde" gehalten haben. Von kriegerischen Thaten derBurgmannen auf diesen Schlachtrossen haben Priedbergs Geschichts-schreiber nichts überliefert. Allerdings wurden, als im Oktober 1522die drei Pürsten Kronberg berannten, vierzig Burgmannen einberufenund zur Verteidigung angestellt. Das verbündete Kronberg zu entsetzenwar freilich für ein derartiges Häuflein undenkbar; andrerseits bemühtesich auch der Landgraf von Hessen nicht weiter um die invalide Reichs-macht an seiner Heerstrasse.

So ist denn auch nicht allzu sehr zu verwundern, wenn es nichthat gelingen wollen, im friedberger Archive einiges von Belang ausJohann Eberhards fünfzigjährigem Regimente aufzufinden. Besondersscheint er sich bemüht zu haben: die Rechte der Burg über die Reichsstadt,die ursprünglich nur Pfandbesitz waren, zu erweitern. In einer Streit-schrift aus dem Jahre 1610 heisst es:Der jetzig noch wesende Burggraffhat sich heimlich und öffentlich auffs euserst bearbeitet und das geringstenicht unversucht gelassen, wie er der Rom. Keys. Majeest. und demHeyl. Römisch Reich diese alte Reichs Statt entziehen, von den Reicheabreissen und der Burg underwürfflich machen möchte." Der nieruhende Streit war damals so heftig entbrannt, dass Jahre lang jederVerkehr zwischen den beiden Reichsständen aufhörte und erst nachJohann Eberhards Tode wieder aufgenommen wurde. Seine revolutionäreBestrebung fand imJüngsten Reichsabschiede," 1654, ihren günstigenAbschluss. Damals wurde der Name der Stadt Friedberg im Originaledes Instrumentes wieder ausgestrichen, ihr Gesandter also nicht mehranerkannt; das Sternlein war am Reichshimmel erloschen, die Stadt wurdelandsässig; man nannte dasausziehen." Es gab dann freilich eine kleineEmpörung, in der die Judengasse gestürmt, geplündert, endlich gar der