Druckschrift 
Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
Seite
427
Einzelbild herunterladen
 

Reichsburg Friedberg. Burggraf Johann Eberhard 15771617.

427

Der Ursprung der Reichsburg Friedberg liegt im Dunkel. Zweifellossteht sie auf römischem Unterbau. Ihre älteste urkundliche Erwähnungist vom 26. Oktober 1217, als Kaiser Friedrich II aus Lipitzk (Leipzig)dem Burggrafen und den Burgmannen zu Friedberg einen Erlass sendet.Aus dem Ende des 13. Jahrhunderts weiss man von vielfachen Streitig-

keiten zwischen der Burg und der darunter liegenden kleinen Reichs-stadt. Um 1455 musste letztere der Burg Eid und Huldigung thun.Der Burggraf war das Haupt der Ganerbschaft, der Burgbesatzung.Sein alter Diensttitel war:burggrave des heiligen Reichs; in Bürgeund statt Amptmann, als der Burgkman, der burger und bysese ordent-lich Richter." Ihm zur Seite stand dasRegiment" von zwölf Burg-mannen; zwei von ihnen warenBaumeister;" die übrigen Ganerbenhiessengemeyne" Burgmannen, ihre Zahl wechselte. Zur Aufnahme warerforderlich: Abstammung oder Einheiraten, vier Ahnen die später biszu sechzehn hinauf verdoppelt wurden; hoher Adel war ausgeschlossen.Die Burg besass volle Landeshoheit. Der Burggraf hatte eine Dienst-wohnung: das Burggraviat; viele Familien der Burgmannen lebten dort ineigenen Häusern. Die Einnahme des Burggrafen bestand, alsjohann Eber-hard zu dieser Würde gelangte, nach einem Bestallungsbriefe von 1572:

I. baares Geld:

200 Gulden

2010401017

den frankfurter Währung.

, für Abhörung der Rentrechnung von Stadt und Burg., für Audienz der armen Unterthanen., Burggerichtsaudienzen.

, für 1 Tonne Häring.

für Winterröcke seines Dieners.

297 Gulden.