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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Das Epitaphium. Einzelnes.

fahrinnen),über seinem Bildnis rechts oben sein Stammschloss Cron-berg (?); unten die von ihm selbst verfasste Grabschrift, also lautend:

anno domini 15 . . ist der hochwürdigste fürstund Herr, Herr Walther von Cronberg Administratordes Hochmeisterthums in Preussen, Meister DeutschOrdens in deutschen und welschen Landen von dieserWelt in Gott verschieden."

Das Jahr und der Tag seines Todes wurden erst im Jahre 1547von dem Nürnberger Erzgiesser in dem Epitaphium ergänzt, wo alsoheutzutag zu lesen ist: anno domini 1543 den 4 ten Tag April istder u. s. w."

In der Trapponei-Rechnung des Jahres 1547 heisst es: im 2 ,enVierteljahr: item 1 f. dem Glockengieser von Nüremberg geben, dermein gnädigsten Herrn seligst Jarzal und den Tag in das Epitaphiumgemacht, zu Verehrung geben auf befehl des Komthurs betreffd dasschöne Cronberg Epitaphium."

Die auf dem Epitaphium angebrachten Wappen sind folgende:

rechts oben Reiffenberg (Mutter)

rechts unten Schönberg (deren Mutter)

links oben Handschuchsheim (Vaters Mutter)

links unten Dürkheim (deren Mutter).

Dieses Kunstdenkmal muss früher vergoldet gewesen sein, wovonsich jetzt noch Spuren daran zeigen, und mag als Gold angesehenworden seyn, weil von ruchloser Hand (es heisst von einem ent-sprungenen Sträfling) der von Meister Hand so kunstvoll gearbeitete,unten am Kruzifix links gen der Schrift: »Mit der Zeit alle hernach,«befindlich gewesene, ausgezeichnet schöne Todtenkopf gewaltsam ab-gerissen, entfremdet, und nicht mehr beigebracht wurde." Es bestandein Aberglaube: Erz verwandle sich in Gold, wenn es ein Jahrhundertlang der freien Luft ausgesetzt bleibe.Glücklicherweise litt beidiesem Raube das Denkmal keinen weiteren Schaden."

Der Stadtgemeinde Mergentheim musste Alles daran liegen, diesenKunstschaz wieder in seine Mauern zu bringen; sie ward aber oftmalsmit dem Bescheide zurückgewiesen: dass das Lustschloss Monreposder verwittweten, jetzt verstorbenen, Königin zugewiesen sey, mandaher über das Cronbergische Monument nicht verfügen könne."