Druckschrift 
Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
Seite
413
Einzelbild herunterladen
 

Das Epitaphium aus Peter Vischers Werkstatt. Seine Wanderungen. 413

Der Leichnam wurde in der Schlosskirche ausser des Chors bei-gesetzt und zum Gedächtnis das kunstvolle metallene Epitaphium nebendem Predigstuhl aufgestellt."

Nach Erbauung der noch gegenwärtig stehenden Schlosskirche,1732- 1736, wurden die in der abgebrochenen alten Kirche befind-lich gewesenen schönen Epitaphien (die geringem wurden zurSchande sey es gesagt zum neuen Kirchenbau verwendet, z. B. dasdes Hochmeisters Heinrich von Hohenlohe, Hochmeisters Hartmannvon Heldrungen u. s. w.) namentlich das herrliche Denkmal alter Kunstvon Walther von Cronberg und mehrere andere, in die neue unterdem Chor erbaute, noch jetzt vorhandene Gruft versetzt, wo sie nochbefindlich."

Nur das genannte schöne Denkmal des Hochmeisters Waltherwurde im April 1810, wegen seines hohen Kunstwerths, aus der Gruftgewaltsam gerissen und nach dem Königl. Lustschloss Monrepos beiLudwigsburg gebracht, allwo es im Freien auf einer kleinen Insel auf-gestellt war. Von unbekannter Hand ward in dasselbe eingekrizelt:»Steht nicht am rechten Ort,« was eine strenge Untersuchung nach sichzog, die aber zu keinem Ergebnis führte."

Schon bei seinen Lebzeiten bezeichnete Walther das ihm nach seinemTode zu errichtende Denkmal und liess es im Jahr 15381539 zuNürnberg fertigen;" in der Werkstatt Peter Vischers, wahrscheinlichvon seinem Sohne Hans, denn Peter starb schon am 7. Januar 1529;. . .von wo es im Jahre 1540 hieher kam; wenn es in der Trapponei-Rechnung heisst: »für gemeine Zerung: Villi fl eine Kiste Erz vonNürnberg hieher zu füren; item XXIIII pfennig dem furknecht vonnRottenburg zu zerung, als er statt den man zu nürnberg Erz herabfürtt,zalet u. s. w."

Es besteht aus einer, aus purem schönem Erz gegossenen Platte,30 Zentner wiegend, auf welcher er in Lebensgrösse, vor einem Kruzifix,mit zusammengelegten Händen einen Rosenkranz haltend, andächtigknieend abgebildet ist. Unter dem Kruzifix war, als Symbol, ein prächtiggearbeiteter Todenkopf befindlich; neben diesem die Schrift: »Mit derZeit alle hernach.« In der Mitte dieses Epitaphiums steht das Hoch-meisterliche Wappen, worinn auch das seiner Familie angebracht ist,an den 4 Enden die Wappen seiner Verwandten" (mütterlichen Vor-