Walters eigenhändige Zusätze zu Spiez: Bericht u. s. w., Bauernkrieg 1525. 399
Bericht vom Preussischen krieg und regierung markgrafen Albrechtszu Brandenburg hochmeisters," erhalten mit Zusätzen „manu propriades Herrn Teutschmeisters Walters von Cronberg." Im allgemeinenwird dem Hochmeister darin absichtliche Täuschung des Ordens undErwirkung der Unterstützung, oder doch der Versuch dazu, unter falschenVorspiegelungen vorgeworfen. Ueber den Geldpunkt bemerkt Walter:„Das Meisterampt, sampt der Baley Franken, Marpurg und ThüringnTewtsch Ordensz, hat über die II mahl hundertt Tawssent Guld uffge-wandt. Deshalb dass Meisterampt schwer in Verderbe kommen beyzeyten und Regierung her Ditherichss von Gleen." Gregorius Spiezund sein Mitarbeiter schliessen in berechtigter Erbitterung: „10 April1525, Montag nach palmarum hat er des ordens habit abgelegt, das LandPreussen zu lehen gemacht und sich volgendt mit des newen Königs zuDenmargk dochter verhayrat. Der teuffei geb ime gluck dazu. Amen."
Der vollendeten Thatsache stand der Orden in Deutschland ratlosgegenüber. Zugleich lähmte ihn der Bauernkrieg. Vor allen die deutsch-herrischen Bauern am Neckar stürzten sich auf die Häuser ihrer Herren.
Erst nach Monaten wurden die Bauern niedergeschlagen; vieleergriffen gemartert und hingerichtet. Die Ordensorte mussten schwerfür die Frevel büssen, die sie nicht verhindern gekonnt. Klüger hatteder Komtur zu Sachsenhausen beim Herannahen des Sturmes lavirt.Er stellte sich, kraft seines Bürgerrechtes in Frankfurt, unter des RatesSchutz, bat um zeitige Warnung falls Gewalt drohe. Zugleich aberHess er sämmtliche Verbriefungen packen und mit dem besten Teilder fahrenden Habe in Sicherheit bringen. Als das „Artikuliren" auchgegen ihn sich richtete da brach er, als Beweis seines Gutwillens, einHaus an der Mainbrücke ab, das angeblich der Stadt schädlich stand.Er verzichtete auch auf mancherlei Dienste, Steuern, Ungelder undGülten; namentlich beschränkte er die, besonders unpopuläre Ordens-schäferei um Frankfurt auf 1000 Stück. So leitete Walter den Sturmvon den ihm anvertrauten Hause und Gute ab, das allein in Sachsen-hausen 450 Morgen Feld und Wiesen hielt.
Nun ermannte sich auch der alte Deutschmeister. Auf dem Reichs-tage zu Speyer trat für ihn der Landkomtur in Franken Walter vonKronberg mit heftiger Klageschrift und scharfen Antrag auf Aechtunggegen den abtrünnigen Hochmeister auf.