398 Preussen wird, auf Luthers Rat, weltliches polnisches Lehnsherzogtum, 1525.
im eigentlichen Wortsinne „nichts zu leben." Schon wiederholt warAlbrecht vom Papste aufgefordert worden „zu einer gründlichen Re-formation des Ordens an Haupt und Gliedern." Da wurde er in "Nürn-berg durch den evangelischen Prediger Osiander für die Kirchenreformund das Evangelium gewonnen. Er besuchte den Dr. Luther in Witten-berg und hörte dessen Rat: „Er soll die alberne und verkehrte Ordens-regel zur Seite werfen, eine Frau nehmen, Preussen in ein weltlichesFürstentum oder Herzogtum verwandeln." Seit einigen Jahren war dasneue Evangelium bereits in Preussen eingedrungen. Die dortige Verbin-dung des Ordens mit Rom hatte sich schon seit längerer Zeit gelockert;
nur bei Besetzung derBistümer wurde dasLand mit Palliengel-dern, Annaten u. s. w.schwer besteuert. ImJahre 1524 steigertensich noch Mangel undNot um den Hoch-meister, er ward so-
Der Deutschmeisterverweigerte alles undjedes, da das Gerüchtlaufe: der Hochmei-ster wolle lutherischwerden. Dieser wur-de sogar deshalb vonseinem Untergebenen,der nach Unabhängig-
Herzog Albrecht v. Preussen u. Frau. keit strebte > beim Pa P"
gar persönlich vonSchuldhaft bedrohet. Aus Berner, Gesch. d. preuss. Staates. s te verklagt. Der h.Vater drohete ernstlich mit Bannfluch. Nun beschloss Albrecht: abzu-danken. Schon traten in Preussen Ordensbrüder aus; sie durften sich imMantel nicht mehr öffentlich sehen lassen. In diesem äussersten Not-stande bot ihm Polen: Abtretung Westpreussens; in Ostpreussen Lehens-pflicht gegen die Krone Polen, mit Erbbelehnung für das gesammteHaus Brandenburg. Albrecht nahm an und schloss den Frieden zuKrakau am Tage nach Palmsonntag (10. April) 1525. Gegen die Reichs-stände rechtfertigte er diesen Schritt: er habe ihn aus Not und schwererBedrängnis gethan, „weil ihn Kaiser und Reich verlassen."
Luther schrieb damals: „Siehe das Wunder! Im vollen Laufe undmit vollen Segeln eilt das Evangelium nach Preussen."
So etwa lautet die Auffassung und Darstellung dieses weltgeschicht-lichen Vorganges aus dem preussisch-evangelischen Lager. Anders natür-lich erscheint der Verlauf in der Beleuchtung durch den Orden inDeutschland. Uns ist darüber „des Ordens secretarii Gregorii Spiezen