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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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396 Kommende Frankfurt am Main. Hochmeister Albrecht von Brandenburg, 1511.

Diese Kommende war besonders reich begütert, um Frankfurt undin der Wetterau mit 30 bebauten Höfen; sie wurden zu Landsiedelleihe(Zeitpacht) ausgethan und standen unter Aufsicht eines Ritters: desUeberreiters. Der neue Kommendator Walter überkam hiedurch, als-dann durch die Beziehungen zur Stadt Frankfurt, endlich durch viel-fache besondere Aufträge des Deutschmeisters, zahlreiche und wichtigeDienstgeschäfte. Schon damals machten die ländlichen Arbeiter umFrankfurt den Arbeitgebern Schwierigkeiten. Im Zinsbuche des DeutschenHauses lesen wir:Man muss zu dieser Zeit den Arbeitern lohnendsgeben was sie wollen, und sie thun doch: was sie wollen."

Der junge Hochmeister Albrecht fand die schwierigsten Verhältnissevor. In Deutschland standen ihm Deutschmeister und Orden durch ihrStreben nach Unabhängigkeit entgegen. Namentlich war- hier das Bewusst-sein der Verpflichtung zu Opfern für Erhaltung des Ordenslandes thatsäch-lich geschwunden. Albrechts zweite Schwierigkeit erwuchs aus der Ab-hängigkeit Preussens von Polen. Der Huldigungseid des Hochmeisterswurde alsbald auch von ihm gefordert. Zunächst suchte er Hülfe imReiche. Indessen die österreichische Hauspolitik verlangte damals guteBeziehungen zum polnischen Nachbar. Unter dem Adel am Rhein, inFranken und Baiern fand Albrecht nur gleichgültige Lauheit. Ueberallim Stiche gelassen zog er ins Ordensland; seinen Bruder Kasimirschickte er, 1512, nach Petrikau (Petrokow) zur Ausgleichung mit demKönige. Hiebei erschien, als Abgesandter des Deutschmeisters Adel-mann, der Komtur zu Frankfurt Walter von Kronberg. Die Verhand-lungen zerschlugen sich.

Der Verlauf der Ereignisse in Preussen während der nächsten Jahreberührt keinen der Kronberge persönlich. Kaiser Max schickte, im Jahre1515, statt der erbetenen Hülfe nur strenge papierne Verbote: das Reichs-lehen unter die Krone Polen zu stellen. Der Papst hatte ebenfalls nursalbungsvolle Worte zu spenden. Nun wollte der Hochmeister den Krieggegen Polen aus eigenen Kräften beginnen. Die Entwickelung verlang-samte sich jedoch durch Polens Kämpfe mit dem Grossfürsten von-Russ-land und durch das päpstliche Gebot eines fünfjährigen Waffenstillstandes.

Walter tritt in diesen Jahren nur selten persönlich ans Licht.Unterm 21. September 1517 erteilt Kaiser Max ihm und dem Schul-theiss von Frankfurt Martin von Heusenstamm eine Instruktion als Ge-